Freitag, 25. September 2009

Das Fenster zum Hof

Das Knie nimmt annähernd normale Formen an

besonders morgens sieht es fast normal aus. Seit gestern Nachmittag habe ich diese Bandage, die mein Knie merklich unterstützt; zumindest zu den Seiten. Dadurch wird das lädierte Innenband spürbar entlastet.

Ansonsten bewege ich mich vom Bett zum Essen, aufs Sofa (oder je nach Wetterlage) in den Liegestuhl auf die Terrasse; zwischendurch ins Büro, weil mir mein Notebook gebracht worden ist; und wieder zurück. Zwischendurch beobachte ich aufmerksam meine Umgebung ;-) Das Fenster zum Hof, wie es Michél treffend formulierte

Ich fühle mich nicht krank - und glaube auch nicht, das ich es bin obwohl die Bilder gegensätzlich sind. Nächste Woche Montag oder Dienstag werde ich mich wieder zur Arbeit bewegen. Irgendwie wird sich ein Weg finden lassen.

Zum Abend hin ist das Bein wieder etwas dicker. Nachts kann ich nicht so recht liegen. Aber das wird von Nacht zu Nacht etwas besser.
Eine Überwindung für mich ist die tägliche Thrombosespritze, die ich mir selbst spritzen muss.

Das Ganze erinnert mich ein wenig an meinen Bruch am Arm vor vier Jahren, der auch konventionell zusammenwachsen sollte (bzw. ist) und nicht belastet werden sollte. So ganz habe ich mich nicht daran gehalten damals. Heute habe ich allerdings schon ein wenig Angst davor, dass sich das abgebrochene Knochenstück verschiebt und ich nicht mehr richtig laufen kann. Ich lasse es also wirklich etwas vorsichtiger angehen - aber nicht so, wie der Doc es vorgegeben hat: "Sie können so auftreten, das ein Regenwurm unter Ihrem Fuß problemlos überlebt."

Dienstag, 22. September 2009

Die Saison 2009 ist beendet

Soweit die schlechte Nachricht; das Radrennen in Münster kann ich vergessen.

Die Kernspinntomographie von heute Abend hat ergeben, dass durch den Sturz am Sonntag weder der Meniskus in Mitleidenschaft gezogen wurde noch irgendwelche Bänder gerissen sind. Das ist die gute Nachricht, die ich hören wollte.

Allerdings ist die Gelenkoberfläche eines Knochens gebrochen, d.h. ich darf das Knie nicht belasten. Schade eigentlich: Die Schmerzen sind heute soweit zurückgegangen, dass ich seit Mittag ohne Gehhilfen gehumpelt bin.

Morgen früh um 8 Uhr habe ich einen Termin beim Chirurgen meines Vertrauens. Mal sehen, was der so sagt. Ich hatte heute in der Firma schon mal Entwarnung gegeben und angekündigt, dass ich morgen Vormittag wohl wieder an Bord bin - das kann in die Hose gehen, wenn der Doc auf die Einhaltung der Ruhe und der Krankmeldung besteht.

Edit: 23.09.2009:

Der Doc besteht drauf! Es ist ein Stück des Wadenbeinknochens (??) abgebrochen und hat sich etwas nach unten verschoben. Um ein weiteres Absenken zu verhindern, darf das Bein nicht belastet werden. 2 Wochen krank geschrieben, obwohl ich mich anders fühle.

Montag, 21. September 2009

Unfall - das war's wohl

Was war das doch für ein herrliches Spätsommerwetter am letzten Wochenende!
Am Samstag morgen bin ich mit Holger und Tim die 150-KM-Runde des MünsterlandGiros am 3. Oktober abgefahren. Die Trainingsrunde war von den Organisatoren des Rennens kostenlos auf die Beine gestellt worden. Ca. 180-200 Rennradler haben sich dafür am Samstag vor der Halle Münsterland eingefunden.

Um kurz nach 11 Uhr setzt sich der Tross mit je einem Begleitfahrzeug vorne und hinten in Bewegung. Auf dem ersten 30 KM wurde flüssig gefahren, der KM-Schnitt lag etwas unter 30 KM/h. Es folgte ein unplanmässiger Aufenthalt, bei dem sich bis kurz vor Münster die Polizei mit einem Streifenwagen und einem Motorrad zu uns gesellte uns in der Folge durch abgesperrte Kreuzungen freie Durchfahrt gewährleistete. Eine super Sache, die im Vorweg nicht geplant oder abgesprochen war. Aufgrund einer Großdemo in Münster wurden leider alle Einsatzkräfte abgezogen, so dass wir uns durch die Stadt schon an die Regeln halten mussten und dadurch viele Stopps an den Ampeln hatten.

Die Strecke selbst ist unspektakulär und bis auf einen Anstieg zwischen Beckum und Oelde weitgehend flach. Leider zog sich das Feld immer wieder auseinander und zusammen. Der Ziehharmonikaeffekt verursachte ein ständiges Bremsen und erneutes Antreten, so dass ein flüssiges Fahren nicht mehr möglich war - das ging den meisten irgendwann ziemlich auf den Geist.

Ein Verpflegungsstopp nach rund 82 KM in Oelde versorgte alle mit kostenlosem (kaltem) Mineralwasser, frischen selbstgebackenen Müsliriegeln und wer wollte, Pott's Radler. Auch im Ziel gab es freie Getränke (erneut die gesamte Palette der Pott's Brauerei) für alle.
Nach knapp über 5 Stunden hatten wir 162 KM auf dem Tacho.

Am Sonntag hatte ich für mich ein "Alibi-Schwimmen" mit anschließendem Mountainbike fahren und ggf. Am Nachmittag noch ein kleineres Läufchen geplant.

Ich fuhr bereits mit dem MTB zum Schwimmen, um später über den Berg von Rothenfelde nach Bad Laer fahren zu können.
Leider hat es mich in der Kurve zum Parkplatz des Schwimmbades vom Rad geschmissen. Ich war wohl in Gedanken gewesen, habe das Ende des Radwegs zu spät registriert und bin dann zu schnell in die Kurve gefahren. Ob einfach nur das Hinterrad weggerutscht ist, weil ich zu heftig gebremst habe, oder weil ich mit der Pedale auf den Boden gekommen bin , weiß ich nicht so recht. Ist auch jetzt egal.
Nachdem ich den ersten Schmerz verdaut und festgestellt hatte, dass dem Rad nichts passiert ist, ging ist mit einem schmerzenden linken Knie ins Schwimmbad. Lediglich Kraulschwimmen war drin, alles andere zu schmerzhaft. Nach einer halben Stunde beendete ich das lustlose Training, um endlich die Radtour in Angriff nehmen zu können. Quer durch die Feldmark Richtung Bad Rothenfelde, nur von einem meistens mittelmäßigem Stechen im Knie begleitet. Ich entschied mich dann nur direkt über den Berg nach Hause zu fahren, um das Knie etwas zu schonen. Irgendwie schienen zumindest einige Bänder etwas überdehnt zu sein, obwohl bislang nichts zu sehen war. Keine Schwellung oder so.

Zuhause kühlte ich das Ding dann schön, wobei die Schmerzen während der Ruhe immer mehr wurden. Am Nachmittag überzeugte mich die beste Ehefrau von allen, nun doch mal ins Krankenhaus zu fahren. Mittlerweile bewege ich mich nur noch mit Hilfe von Gehilfen, kann schlecht sitzen oder liegen, jede unachtsame Bewegung entlockt mir... na ja.
Der Röntgenbefund im Krankenhaus ergab, dass zumindest kein Knochen gebrochen ist. Auf jeden Fall ist wohl das Innenband überdehnt - das wäre nicht so dramatisch; aber es kann auch sein, dass der Meniskus etwas abgekommen hat. Das kann erst ein MRT klären.

Nun sitze ich also hier und harre der Dinge, die da kommen mögen. Heute Nachmittag noch zum Hausarzt und zum Chirurgen.

Langweilig ist mir jetzt schon ;-)

Sonntag, 13. September 2009

Köln-Triathlon

Soooo.

Zwei Wochen sind seit dem NordseeMan ins Land gegangen. Was ist passiert?

Zunächst und hauptsächlich natürlich das Triathlon-Saisonende in Köln am letzten Wochenende.
Schon am Freitag Abend war ich mit Christine angereist. Die Kinder blieben diesmal zuhause.
Ich hatte mich wieder für das Hotel entschieden, in dem ich schon im letzten Jahr mit Jennie gewohnt hatte. Etwas abseits der Stadt und doch nah genug dran. Da wir erst nach Feierabend losfahren konnten, kamen wir entsprechend spät in Köln an und ließen den Tag direkt bei einem super Essen und einer Flasche Rotwein bei einem Spanier "gleich um die Ecke" ausklingen.

Der Samstag Morgen ließ sich ziemlich grau und windig an, als wir gegen 10:30 Uhr zum Fühlinger See hinausfuhren, um die Startunterlagen abzuholen. Ich hatte wenig Verlangen mit den Teilnehmern der Samstagswettbewerbe zu tauschen. So verkrümelten wir uns dann auch für dien größten Teil des Tages in die Kölner Innenstadt zum bummeln, essen, trinken, shoppen. Und so.

Am Abend checkten wir noch kurz das Rad am See ein. Da uns das Essen am Freitag zu gut gefallen hatte, sind wir zum Abendessen wieder bei dem Spanier und seinem Rotwein. Während Christine etwas schwächelte, war man später doch ziemlich überrascht, dass ich die ganze Pfanne Paella mit Meeresfrüchten und Fisch alleine verdrückt hatte. Sie war einfach zu lecker.

Das Schöne an dieser Veranstaltung in Köln ist, dass die Mitteldistanz erst um 12:30h gestartet wird. Das erlaubt nicht nur ein ausgiebiges Ausschlafen sondern auch ein ebensolches Frühstück. Als die Teilnehmer der Langdistanz unüberhörbar zwischen 4 und 5 Uhr auf dem Flur unterwegs waren, konnte ich mich in meinem warmen Bett noch so einige Male umdrehen.

In 4 Jahren war dieses meine 4. Teilnahme - mit 4 unterschiedlichen Kursen. Nach der harschen Kritik im letzten Jahr haben die Organisatoren gute Arbeit geleistet.
Die wichtigste Änderung ist die Verlegung der zweiten Wechselzone von Fühlinger See in den Zielbereich in Köln, schräg gegenüber von Dom auf der anderen Rheinseite. Da die Kleiderbeutel vom See ebenfalls hierhin transportiert wurden, entfällt nach dem Wettkampf der lästige Bustransfer zurück zum See. Diesen Schritt kann man, wenn man möchte, schon am Morgen machen. Wir haben also unser Auto im Parkhaus direkt neben dem Zielbereich geparkt und sind bei noch strahlendem Sonnenschein mit dem Shuttlebus raus gefahren. Christine ist dann später, als ich auf dem Rad unterwegs war wieder mit dem Bus zurückgefahren. Gute Sache.
Im Bus hatte ich ziemlich mit Schwindel- und Hitzeanfällen zu kämpfen, die sich erst später, als wir schon lange am See waren, wieder legten.

Das Schwimmen im wie immer kühlen (19°C) glasklaren Wasser der Regattabahn lief entsprechend meinen Erwartungen. Nach 0:43:02h war ich schon (für meine Verhältnisse "schon") aus dem Wasser - so schnell wie noch nie in Köln, glaube ich. Vor allem aber habe ich in diesem Jahr quasi nichts auf die Mütze bekommen. So schön kann Triathlon-Schwimmen sein.

Genau 4 Minuten dauerte der erste Wechsel mit Umziehen und verpacken der Schwimmsachen im Kleiderbeutel. Sicher, das geht auch schneller - aber warum? Season is over.

An der geänderten Radstrecke muss wohl noch gearbeitet werden, weniger was die Strecke betrifft als vielmehr an der drangvollen Enge dort, die ein windschattenfreies Fahren über mehr als 50 KM nahezu unmöglich machte.

Die erste Runde führt vom See in die Kölner Innenstadt zum Zielbereich über ca. 16,7 KM. Dann beginnt die zweite Runde, eine Große über 54,1 KM, die erneut zurück zum See und dann auf die Strecke der letzen Jahre, wieder am See vorbei und zurück in die Innenstadt führt. Jetzt folgt noch eine kleine Runde über ca. 10,5 KM.
Abgesehen vom Windschatten, den ich trotz einiger Ausbruchversuche nicht entrinnen konnte, lief das ganz gut. Es war trocken mit angenehmen 20-22 Grad und nur mässigem Wind. Irgendwie habe ich wohl meine Gels nicht so richtig vertragen. Auf dem Rad wurde mir erst flau im Magen, dann, auf den letzten 20 KM wurde ich richtig müde, hatte nicht mehr so die richtige Energie um Druck zu machen. In Anbetracht dieser und der bevorstehenden Laufprobleme wollte ich wohl ganz gerne beim zweiten Wechsel aussteigen, ließ es aber.
2:23:45h benötigte ich dafür - der Tacho zeigte später etwas über 85 KM an.

Die neue Laufstrecke führt als Wendepunktstrecke am Rhein entlang, zunächst stromaufwärts, und ist auf der Mitteldistanz zweimal zu bewältigen. Das Wetter hielt sich nach wie vor gut, der Wind kühlte angenehm, und die Schmerzen im Bein waren nicht so schlimm wie in Wilhelmshaven. Dafür machte sich der MAgen mehr und mehr bemerkbar. Wahlweise wurde mir übel, oder ich hatte das Gefühl ein dringendes Geschäft nicht mehr aufhalten zu können. Irgendetwas lag wie ein Stein im Magen. Ich trank Wasser und Cola - das half aber nicht. Die auf der zweiten Runde (1. Runde: 0:52:12 / 10,5 KM) eingelegten Gehpausen waren dann im Grunde ein Gemisch aus Beinschmerzen und Magen/Darm-Problemen.
Aber auch das hatte dann wieder ein Ende. Nach insgesamt 5:11:25h kam ich als 278. ins Ziel, bzw. als 36. der Alterklasse.

Schade ist, dass ich gesund durchaus 20 Minuten schnelle gelaufen wäre und damit in Wilhelmshaven und Köln satt unter 5 Stunden geblieben wäre.

Hätte, wäre, wenn...

Hätte ich Christine nicht mitgenommen, sondern wie in den letzten Jahren eines von den Mädchen, wären wir wohl an diesem Abend nicht mehr nach Hause gekommen. Auf der Rückfahrt wurden die Beschwerden so stark, dass ich mich sowohl übergeben musste als auch starken Durchfall bekam. Zum Glück konnte Christine den Wagen fahren, während ich laborierend auf dem Beifahrersitz lag. Puuhh - können 2 Stunden lang sein!

Am nächsten Morgen war der Spuk dann weitgehend vorbei. Ich fühlte mich zwar wie gerädert, konnte aber zur Arbeit gehen. Es lag wohl an den Gels, die wie ein "Deckel" auf dem Magen lagen und nicht den Weg der Verdauung genommen hatten - daher auch die Kraftlosigkeit auf dem Rad und beim Laufen.

Insgesamt war das ein schöner Saisonabschluß.

Jetzt kann ich mich noch ein paar Wochen auf das Rennradtraining konzentrieren um dann am 3. Oktober die 150 KM beim Münsterland-Giro zu fahren.

Zwischenzeitlich gärt a schon das eine oder andere für 2010 und 2011. Aber davon mehr in den nächsten Tagen.

P.S.: An der Paella hat es definitiv nicht gelegen!  

Montag, 31. August 2009

NordseeMan

So. Nach einem Jahr bin ich jetzt quasi der Nord-Ostsee-Man ;-)
Nach der Langdistanz in Glücksburg vor einem Jahr stand gestern die halbe Ironman-Distanz (1,9 / 90 / 21 KM) in Wilhelmshaven auf dem Plan.
Schon am Freitag Abend sind wir (leider ohne Lisa) in unsere Ferienwohnung in Schortens, gleich um die Ecke von Wilhelmshaven eingerückt.
Leider wurde das Wetter schon auf der Hinreise den Vorhersagen der Wetterberichte gerecht - ab Oldenburg fing es heftig an zu regnen. Über Nacht kam noch starker Wind und sinkende Temperaturen hinzu.
Beim Abholen der Startunterlagen am Samstag Vormittag herrschte im Hafenbecken fast mehr Wellengang als in der Kieler Förde vor einem Jahr. Der kalte Wind kam mit ca. 30 KM/h von Süd / Süd-West. So war ich froh, dass ich noch einen Tag Zeit hatte und nicht über die Kurzdistanz am Samstag ran musste.

Sonntag früh um 7 Uhr war die Welt weitgehend in Ordnung. Mit nur 11 Grad war es zwar recht schattig, aber der Wind hatte nachgelassen und die Sonne ging vor einem wolkenlosen Himmel auf. Die Temperaturen und der Wind sorgten dann auch für allgemeines Gejammer in der Wechselzone. Warme Sachen für das Radfahren wurden, wo vorhanden, bereitgelegt. Ich hatte ich lediglich für eine Radweste entschieden, was im nachhinein richtig war. Viele waren später in Lang/Lang oder mit Arm- und Beinlingen plus Regenjacken unterwegs.

Pünktlich um 9 Uhr setze ich mich mit der ersten Startgruppe in Bewegung, nicht ohne schon vorher einen ordentlichen Hieb Salzwasser geschluckt zu haben. Eine Welle hatte ich irgendwie zu mir verirrt. Der Dreieckskurs war zweimal zu schwimmen und führte zunächst mit dem Wind gegen die aufgehende Sonne. Letzteres machte die Orientierung recht schwer, wenn man keine Füße vor sich hatte. Nach ca 300 K(r)ampfmetern schwammen wir um eine Boje herum - jetzt gegen den Wind. Die Wellen kamen sehr "rubbelig" und ließen ein rhytmisches Schwimmen kaum zu. Im Gegensatz zur Ostsee, gibt es im geschlossenen Hafenbecken keine Dünung, mit der man schwimmen und atmen kann. So landete beim atmen auch entsprechend viel Hafenwasser im Magen. Hatte ich auf der ersten Runde noch mehr den Eindruck zu ertrinken, und die eine Bleiente im Wasser zu liegen, verging der zweite Durchgang recht schnelle. Ein Gefühl für die wirkliche Geschwindigkeit oder meine Platzierung hatte ich nicht. Um so erstaunter war ich, dass sich in der Wechselzone von der Großteil der Räder befanden.

Hier verlor ich ein wenig Zeit, weil ich zunächst den Neo (wieder) nicht aufbekam und später die Socken und die Weste nicht zügig anbekam. Anderen ging es aber wohl genau so. Später stelle sich heraus, dass ich "schon" nach 0:37:21h wieder an Land war und als 41. nach unter 40 Minuten auf dem Rad saß. So, what??

Auf dem Rad dauert es immer ein Weilchen, bis sich der Puls beruhigt und ich mein Tempo gefunden habe. In Wilhelmshaven ging es gleich recht zügig an , schon nach wenigen 100 Meter hatte ich an einer Brücke die Befürchtung, dass mir entweder die Lunge oder meine Oberschenkel platzen. Beides traf nun nicht ein und ich konnte beruhigt meine Runden drehen, ohne zu oft überholt zu werden. 5 Runden waren zu absolvieren. Der Wind nach von Runde zu Runde zu und machte uns ebenso wie der eine oder andere, zunächst kurze, Regenschauer, zu schaffen. Auf der letzten Runde kam's dann heftig von oben. Bis auf die Knochen naß (und kalt) erreichte ich die Wechselzone im Hafen nach 02:44:20h. Das entspricht einem Schnitt von 33,6 KM7h (inkl. beider Wechsel!!). Ich denke, dass war eine der besseren Radzeiten, die ich bislang so abgeliefert habe. Sicher nicht weltberühmt im Vergleich, aber gut für meine bescheidenen Verhältnisse. Schneller als erwartet und in etwa so schnell, wie (bei gutem Wetter) gehofft.

Nach kam der Halbmarathon, meine bis dato Lieblingsdisziplin. Nachdem ich mich mit nassen Socken in die vollgelaufenen Laufschuhe gequengelt hatte lief ich bei strömenden Regen und frischem, böigen Wind auf die erste der 4 Laufrunden. Die Radweste hatte ich angelassen und empfand sie bei zunächst vorherrschendem Rückenwind als zu warm. Das änderte sich nach 1,5 KM, als es auf der Standpromenade gegen den Wind ging.
Die erste Runde lief sich noch recht gut und ohne große Schmerzen. Auf der zweiten merkte ich den Anstieg zur Kaiser-Wilhelm-Brücke schon recht deutlich. Auf der dritten Runde nach ich sie noch fast laufend und auf der letzen Runde ging ich sie hoch. Die Schmerzen in den Beinen waren nun fies und die Sache machte keinen Spaß mehr. Trotzdem lief ich den Halbmarathon, bis auf die wenigen Meter an der Brücke, durch. Darüber bin ich doch ein wenig froh.
Die Laufzeit war mit 1:54:03h wirklich so schlecht, wie erwartet. Unter gesunden Umständen laufe ich den Halbmarathon im Triathlon ca. 25 Minuten schneller, was mich in diesem Fall so richtig nach vorne katapultiert hätte.
So beendete ich den vorletzten Saisonwettkampf erst nach 05:15:45h auf Platz 96 bzw. Platz 16 in meiner Altersklasse (Schwimmen Platz 7 / Rad 12. / Laufen 13.)

Die Rückfahrt und die letzte Nacht waren von sehr schweren Schmerzen geprägt, die sich heute im Laufe des Tages fast in Nichts auflösten und nur einen gesunden Muskelkater in den Oberschenkeln vom radeln zurückließen. Auf irgendein Training habe ich dann heute verzichtet ;-)

Am kommenden Sonntag endet die Saison mit der Mitteldistanz in Köln, während der ich wohl wieder leiden, schimpfen und mich zum wiederholten Male fragen muss: "Warum tust du dir den Scheiß an?".

Dienstag, 25. August 2009

Ein blauer Zehnagel - Endlich!

Nein - ich drehe nicht durch :-)
Ich heute zum zweiten mal seit letztem Sonntag wieder 15 KM am Stück gelaufen. Also: durchgelaufen. So ohne Pause. Dabei habe ich ich mal wieder einen blauen Zehnagel eingefangen. Schön ist das, wenn man Schmerzen einordnen kann.
Die im Bein werden (glaube ich) gaaaaanz langsam weniger. Das Laufen an sich ist bei weitem nicht die pure Freude und jeder Schritt tut weh; aber die Hoffnung stirbt als letztes - sagt man.
Der Osteopathe und der Sportarzt bzw. die Physiotherapeuten arbeiten mittlerweile (von einander unwissend) auf derselben Schiene. Beide bearbeiten zur Zeit "Triggerpunkte", also eine Art von "Verklebungen" oder "Verknotungen" in den Muskeln. Das tut fies weh und treibt, richtig gemacht, die Tränen in die Augen. Hilft aber und macht süchtig nach mehr ;-)) Insgesamt 6 Behandlungen habe ich hinter mir. Halbzeit also.

Am Sonntag steht die Mitteldistanz beim NordseeMan in Wilhelmshaven an und eine Woche später ist (Triathlon-)Saisonschluß in Köln ebenfalls über die halbe Ironmanstrecke.
Ich hoffe, dass ich die beiden Halbmarathons irgendwie durchlaufen kann und das die Zielzeiten um die 5 Stunden +/- 10 Minuten liegen werden. Mehr ist wohl nicht drin, würde aber ein noch einigermassen versöhnliches Saisonende bedeuten.

So ganz habe ich die Hoffnung auf einen Marathon auch noch nicht aufgegeben. In Frankfurt wird am 25. Okotber gerannt - der letzte interessante Termin in diesem Jahr...

Mittwoch, 12. August 2009

Finishs in Sassenberg und Rheine


Ich war in den letzten Wochen ein wenig (schreib-)faul, aber auch schlecht motiviert, mich mit dem Sport zu befassen. Das einzige, was Spaß macht ist das Rad fahren. Beim Schwimmen mache ich nicht mehr als notwenig und laufen vermeide ich lieber. Es ärgert mich doch irgendwie, dass ich momentan nicht so kann, wie ich gerne möchte.

Was die Schmerzen im Bein angeht, habe ich mich jetzt einem Osteopathen anvertraut. Zweimal hat er jetzt an mir herumgebogen, morgen früh steht die dritte Sitzung an. Er diagnostizierte eine Blockade des Ilio-Sakralgelenks, was wiederum zu einer weiteren Blockade einiger Wirbel geführt hat. Beides versucht er nun aufzuheben. Ich glaube daran und deshalb meine ich, dass es bereits besser wird.
Wenn ich dann aber Laufe ändere ich meine Meinung recht schnell.
Zusätzlich war ich gestern bei einem Sportarzt in Osnabrück. Da er selbst Triathlet und Läufer ist, versteht er meine Sorgen und Probleme ganz gut. Zuerst hat er auf den Bandscheibenvorfall getippt, nachdem er den Befund des MRT von vor 4 Jahren angefordert und gelesen hatte, war die Diagnose dann die, die ich hören wollte: Muskuläre Probleme. Maßnahme: zunächst Massagen und Tabletten zur Muskelentspannung. Radfahren und Laufen darf ich ab morgen wieder.

Das Laufen trainiere ich nur einmal pro Woche auf der 11 KM-Runde. Zusätzlich habe ich die beiden Starts in Sassenberg (1,7 /66/14,6 KM) und Rheine (1,5/40/10KM) an den letzen beiden Wochenenden bestritten Mit den ersten beiden Disziplinen war ich mehr oder minder zufrieden. In Sassenberg war ich ein wenig enttäuscht über meine Leistung auf dem Rad - da hatte ich mehr erwartet, kam aber nicht in den Tritt. Auf der letzten Radrunde habe ich eine Schmerztablette genommen, um einigermassen laufen zu können. Das Ding ist nach hinten losgegangen. Zwar waren die Schmerzen in Bein nicht so stark wie sonst, dafür hatte ich auf den ersten 5 KM derbe Magenschmerzen, die mich vom Durchlaufen abhielten und erst später nachließen. Als ich wieder zuhause war, sprangen alle Systeme auf "rot" nichts ging mehr.

Schwimmen: 0:29:26h / Platz 27
Bike 2:02:41 / Platz 70 (inkl. beider Wechsel)
Run 1:10:55 / Platz 71
Gesamt: 3:43:02h / Platz 62 / AK M45 Pl. 6

Platz 6 der Alterklasse habe ich auch in Rheine eine Woche später erobert, ohne Schmerzmittel.
So richtig Lust hatte ich keine und wollte selbst, nachdem ich die Startunterlagen schon abgeholt hatte, noch umkehren, Im 21°C warmen Dortmund-Ems-Kanal schwamm ich mal wieder zu weit von hinten los und hatte einige Mühe zu überholen. Die Arme wurden schwer und spätestens auf dem Rückweg der Wendepunktstrecke kämpfte ich gefühlt gegen das Ertrinken. Umso erstaunter war ich, als ich schon nach 25:15 Minuten wieder Land unter den Füßen hatte. Was der Neo doch alles so ausmacht - ich bin jedes Mal wieder überrascht. Selbst der erste Wechsel ging einigermaßen schnell von statten, so dass ich die 4 Radrunden schnell in Angriff nehmen konnte. Hier konnte ich fast den Druck machen, den ich machen wollte, auch wenn ich mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden bin. Das muss ich für das nächste Jahr noch emsig trainieren. Nach Genau 01:05h war ich wieder zurück in der Wechselzone und machte mich auf die ebenfalls 4 fast flachen Laufrunden, für die ich 50:19 Minuten benötigte. Mehr war nicht drin. 02:22:55h war die Gesamtzeit, mit der ich zufrieden sein kann. Platz 36 Gesamt und Platz 6 in der Altersklasse sind in Ordnung für dieses Jahr.

Fest im Plan sind jetzt noch der NordseeMan am letzten Augustwochenende in Wilhelmshaven und eine Woche später der Saisonabschluß in Köln, was mittlerweile eine gute Tradition wird. Beides Mitteldistanzen.

Zudem kämpfe ich noch mit mir, ob ich doch am kommenden Samstag über die Mitteldistanz in Hückeswagen gehen soll. Den Start für die Verbandsliga habe ich abgesagt, aber im offenen Feld könnte ich den Halbmarathon so langsam angehen lassen, wie nötig. Mal sehen, wie das Wetter wird.