Freitag, 17. Oktober 2008

München - Die Wallfahrt nach Andechs


Endlich!
Samstag um 5 Uhr früh war es soweit. Nach einem Jahr lagen zwei Wochen Urlaub vor uns und dazu noch ein Marathon-Wochende in München. Vor 5 Jahren war ich dort schon einmal ge
startet, damals war es mein zweiter Marathon; in diesem Jahr der 5. seit Ende April ;-)).
Die beiden Ironman eingeschlossen.

Wie schon vor 5 Jahren hatten wir uns am Fusse des Andechser Berges in einem Gasthof eingemietet - nicht besonders komfortabel und erst ruhig, nachdem auch wirklich die letzten Besoffenen vom Kloster heruntergetorkelt waren (so gegen 2:30h - der letzte Getränkeausschank ist um 20:00 Uhr!) , aber irgend wie schön - so eine Wallfahrt nach Andechs: Große Humpen, teure Haxen, so um die 15 EUR pro Stück (wird ausgewogen). V
om Plastikbesteck hat man seit Jahren Abstand genommen und liefert seit dem metallene Tools mit.
Irgendwie ist's Kult.

Am ersten (Samstag) Abend gab's erstmal keine Haxe für den Sportler. Dafür eine Maß Weizen und eine Riesenbrezel mit Wurstsalat, das hat ja auch was - entspricht aber wohl nicht der klassischen Ernährungswe
ise der gut trainierten und asketisch lebenden Sportler. Aber was soll's: ein wenig Spaß braucht der Mensch.

Sonntag früh das übliche Ritual: um 6 Uhr ausfstehen - Kaffee trinken, um die Verdauung in Gang zu bringen und möglichst viel bis zur Abfahrt zu entsorgen. Frühstück in fester Form gibt es nicht, dafür ist es auf Andechs noch zu früh.

7 Uhr, Starnberg: McDonalds. Hier gibt's was zu essen. "Sweet Breakfast": 2 Coissants mit Butter, Marmelade und Nutella plus Kaffee oder Kakao. Geht doch.

8 Uhr, München, Olympia Stadion. Noch wenig Betrieb. Der Start ist erst in zwei Stunden. Noch ist es kühl, aber der Nebel hat sich verzogen und die Sonne macht sich breit. Ich ärgere mich schon jetzt ein wenig, dass ich mich für die 3/4 Hose anstatt einer Kurzen entschieden habe. Alte Frostbeule. Das zweite T-Shirt ziehe ich aus und auch die Kappe bleibt im Auto. Die (verspiegelte) Sonnenbrille hat Christine mir verboten - "siehst bescheuert aus" (na und - wenn's hilft?). Dann also nicht. Ich möchte ja nicht, dass sich wegen mir jemand schämt :-))
Kurz vor 10:00 Uhr: Allmählich wird es Zeit, sich einen Platz im Starterfeld zu suchen. Möglichst in der Sonne - es ist noch kühl.
Ungewollt stehe ich unmittelbar vor dem 03:15-Stunden-Läufer. Schiet. 30 Meter weiter vorne wäre besser gewesen, aber der Starterblock ist für einen Wechsel schon zu voll.

Nach mehreren Startschüssen geht es unter musikalischer Begleitung der "Feldkirchener Blaskapelle" los auf die 42.195 Meter Sightseeing-Strecke quer durch die Landeshauptstadt. Von Anfang an finde ich einen guten Rhythmus, der mir zwar etwas zu schnell erscheint, aber gut laufbar ist und Spaß macht.

Bei KM 8 erreichen wir den Englischen Garten, durch den wir nun ca. 7 KM rennen werden. Hier wird es zeitweilig etwas eng. Was ich nicht realisiere: Als es am vollsten wird, überhole ich
die Gruppe um den 3-Stunden-Zugläufer. Lange laufe ich mit 4 oder 5 Leuten in deiner Gruppe, wobei sich einer ständig nach hinten (wo ich laufe) umsieht. Das geht mir auf den Geist, ich komme aber nicht dauerhaft an ihm vorbei. Später stösst ein Portugiese zu uns, der bei jedem Atemzug merkwürdige Geräusche von sich gibt. Auch das kann ich nicht gut haben. Muss sehen, dass ich wieder alleine laufe.
Halbmarathon in 1:27h - das ist in Ordnung und schneller als gedacht. Eine Zeit um die 3 Stunden scheint also drin zu sein.

Erst irgendwo nach KM 29 laufe ich wieder alleine . Ich fühle mich rela
tiv gut, und habe vor allem nur wenige negative Gedanken, die ich leicht wegschieben kann. Die Portugiese und der "Umseher" sind irgendwo hinter mir.

KM 35: Jetzt wird es allmählich schwer. Ich merke, wie meine Kräfte sich dem Ende entgegenneigen. Noch könnte ich gaaaaanz knapp unter 3 Stunden durch's Ziel laufen, aber es wird unwahrscheinlicher mit jedem Meter.
Jetzt läuft der 3-Stunden-Zugläufer langsam, aber doch zu schnell für mich, vorbei. Merkwürdigerweise werden er und einige in seiner Guppe immer langsamer - bis er das Schild "03:00h" einpackt. Dann ist er wieder hinter mir.

Kurz vor KM 39: Ich kämpfe mit dem Durst und steigender Erschöpfung. Dennoch bin ich noch vergleichsweise gut drauf.

Ein Schlüsselerlebnis. Kein schönes dazu. Auf einer Strassenkreuzung bei ca. KM 39,8 kurz vor dem nächsten Verpflegungsstand liegt ein Läufer bewusstlos auf der Straße. Mehrere Helfer stehen dort und versuchen ihn wiederzubeleben. Helfen kann ich nicht. Der Notarzt kommt kurz nachdem ich an der Stelle vorbeigelaufen bin.
Danach denkst du ganz anders über dein persönliches Befinden und deine Nöte. Der Verpflegungspunkt war meiner. Ich blieb stehen und trank zwei Becher Wasser und Iso. Scheisswas auf die 15 Sekunden. Danach hatte ich noch etwas mehr als 2 KM ins Ziel. Die scheinen bei jedem Marathon besonders lang zu sein.

Der
Olympiapark kommt in Sicht - hier bin ich eben erst gestartet und jetzt schon wieder da. Noch keine 3 Stunden später. Gut 1 KM noch. Ich sehe gut aus, rufen die Zuschauer - sehe ich immer ;-))
Aber: im Prinzip fühle ich mich auch so.

Leider wird in diesem Jahr nicht Vangelis' "Conquest of paradise" gespielt, dennoch hatte ich wieder eine riesen Gänsehaut, als ich durch das Marathon-Tor durch den Nebel hindurch in das tolle, ri
esige Olympiastadion lief. 350 Meter noch auf der Tartanbahn erst in der letzten Kurve vor dem Zielbogen sah ich Christine und Jennifer winkte, fühlte mich klasse und lief als 185. nach 03:01:31 über die Zielmatte.

Keinesfalls traurig - ehr froh darüber, nach dieser anstrengenden Saision noch ein so gutes Ergebnis erzielt zu haben. Nach keinem meiner jetzt 14 (Solo-)Marathons habe ich mich so gut gefühlt. Klar war ich müde und die einen oder anderen Bänder, Sehnen oder Muskeln meldeten sich zu Worte aber keine Anzeichen von totaler Erschöpfung. Auch essen konnte ich ohne Probleme, was in letzter Zeit nicht unbedingt normal für mich ist.

Die warmen Duschen im warmen Olympiabad taten ein übriges, danach ein Sonnenbad mit einem halben Weizen (nicht alkoholfrei), und der Tag war mein Freund.

Zurück auf Andechs: Der Biergarten vor dem Gasthof ist rappelvoll. Also bleibt uns nur die Pilgerfahrt auf den 300 Meter entfernten Klosterberg. Auch hier drangvolle Enge, aber wir finden noch ein Plätzchen in einem Biergarten, bevor wir in die Klosterschänke wechsel und hier endlich die wohlverdiente, sauteue Haxe "geniessen". Die Maß Weizen natürlich umsomehr.

Sonntag, 12. Oktober 2008

München Marathon

03.01.31h - ich bleibe wohl für immer ein 3-Stunden-Läufer ;-) Ich bin gut zufrieden.

Reiner-Döpke-Wetter, der befürchtete Nebel blieb aus, Temperaturen Mittags so um die 20 Grad in der Sonne. Ein super Lauf, was will man mehr.

Spaß gemacht hat es auch und ich habe mich nach der Dusche so gut gefühlt, wie noch noch nie nach einem Marathon!

Versiebt habe ich es wohl im wesentlichen auf den letzten 6-7 KM, da hatte ich richtig zu beissen.

Aber: kurz vor KM 40 lag ein Läufer bewusstlos auf der Strasse. Einige Helfer versuchten ihn bereits zu reanimieren - was draus geworden ist weiß ich leider nicht. Der Notarzt kam kurz danach.

In einem solchen Moment ist es schietegal, ob man die 3h packt oder lieber beim Versorgungsstand bei KM 40 kurz stehen bleibt und noch etwas in Ruhe trinkt!

Einen Bericht poste ich später

Reiner

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Bin noch nicht im Winterschlaf

... auch, wenn so es vieleicht so aussieht.
In den letzten drei Wochen habe ich an keinem Wettkampf teilgenommen, und dafür etwas meine Wunden der langen, vor allem aber anstrengenden Saison geleckt.

Am kommenden Sonntag steht dann der letzte planmässige Wettkampf dieser Saison und dieser Altersklasse auf dem Programm.

Das letzte Mal bin ich im Oktober 2003 in München gestartet. Nachhaltig blieb mir bei meinem damals 2. Marathon immer der Einlauf in das Münchner Olympiastadion in Erinnerung - eine gigantische Kulisse, die mir seinerzeit eine mächtige Gänsehaut bescherte. Neben der Kulisse trug dazu ausonders auf Vangelis' "Conquest of Paradise" bei, das schon weit vor dem Stadion hörbar war und mich seit dem "virtuell" bei diversen Zieldurchläufen begleitet hat.

Sechs Jahre sind nun also vergangen, seitdem 2002 im Münchner Hofbräuhaus der Start zum ersten Marathon gefallen ist. 13 "reguläre" Marathon bin ich seit dem gelaufen, der 14. wird der kommende sein. Hinzu kommen 3 Marathon im Rahmen von Irinman-Rennen.
Meine beiden Freunde Fänk und Nick haben ihe Wette von 2002 noch nicht eingelöst - ein Start beim legendären New York Marathon steht also noch noch aus. Vielleicht zum 20. "Jubiläum? Das müsste dann im November 2010 sein, wenn ich das behirige Pensum pro Jahr so beibehalte.

Das Ziel für Sonntag? Das lasse ich lieber sein. Zwischen 3 und 3:30h ist alles drin, je nach dem, wie ich mich fühle. Momentan tendiere ich ehr zu 3:13 h als zu 3:00h. Allerdings sieht der Wetterbericht für das Wochenende sehr vielversprechend aus. 17-21 Grad, bewölkt und 20% Niederschlagswahrscheinlichkeit deuten einmal mehr auf "Reiner-Döpke-Wetter" hin ;-)


Keep on running - und verpasst nicht die Übertragung des Ironman Hawaii im Internet am Samstag ab ca, 18:00 Uhr auf www.ironman.com oder am Sonntag die Zusammenfassung in ZDF ab 15:15-16:15 Uhr.

Sonntag, 21. September 2008

3. Platz in Telgte

Durch einen Fehler eines Streckenpostens bin ich gestern in Telgte über die 10 KM-Distanz 3. (Altersklasse M40: 1. ) geworden.
Doch der Reihe nach:

Nach einer, aus Sportlersicht, ruhigen Woche in England, in der ich lediglich 2 Mal 12,8 KM gelaufen bin, musste an diesem Wochenende wieder mehr Zeit investiert werden, damit ich in in München in 3 Wochen gut drauf bin.

Am Samstag Mittag bin ich locker 2,1 KM im Versmolder Hallenbad geschwommen, danach stand Gartenarbeit auf dem Zettel.
Gegen 15:00 Uhr bin ich dann mit dem Rennrad (und fast in Renntempo) die 31,2 KM nach Telgte gefahren. Hier hatte ich ich dann bei kühlem aber sonnigen Wetter noch knapp 45 Minuten Zeit zum "regenerieren". Bei einem Becher Erdinger Alkoholfrei gelang das ganz gut :-))
Kurz vor dem Start lief ich mich ein wenig auf der Tartanbahn im Stadion ein, 3 lockere Runden sollten genügen.
Der Start selbst fand etwas unkoordiniert und fast willkürlich irgend wo im Stadion statt, damit die 10 KM in etwa erreicht wurden. Wie immer reihte ich mich konservativ in hinteren 1. Drittel des ca. 150 Starter starken Feldes ein um ab dem Startschuß permanent zu überholen. Das letzte Mal kurz vor der 3-Kilometer-Marke.
Ab hierlief ich ein einsames Rennen. Die Läufer vor mir konnte ich nicht mehr sehen und die hinter mir nicht mehr hören. Erst weit nach KM 5, wir hatten jetzt eine 1,5 KM lange unbefestigte Strecke auf Acker- und Waldwegen zu überwinden, sah ich einen Läufer in ca. 500 Meter Entfernung vor mir. Auf den lezten 3,5 KM kam ich ihm zwar bis auf ca. 150 Meter näher, aber es reichte nicht mehr zum Überholen.

Im Ziel war ich dann 8. von 150 Teilnehmern. Mit 0:39:12 war das die "langsamste" 10 KM-Zeit ever!

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass eine Gruppe von 6 Läufern durch einen Streckenposten fehlgeleitet wurde und damit "nur" ca. 9,7 KM lief. Diese wurden aus der Wertung des 10_KM-Laufs genommen und in einer Sonderwertung separat gewertet. Ich rückte damit auf Platz 3 vor...

Die Siegerehrung habe ich nicht abgewartet, da ich a) nicht mit einer Platzierung gerechnet und b) noch über 30 kühle Rad-KM vor mir hatte. Die gestalteten sich gegen den Wind dann auch recht anstrengend.

2,1 KM Schwimmen, 31,15 Km Rad, 10 Km Laufen + 30,15 KM Rad -> fast eine Mitteldistanz ;-))
Hat Spaß gemacht!

Sonntag, 14. September 2008

Münster-Marathon

Münster-Marathon zum 3.

Dem einen oder anderem geneigten Leser dieser Zeilen ist vielleicht bekannt, dass ich mit dieser Veranstaltung durchaus positive Erinnerungen verbinde: Bei den beiden vorherigen Starts in 2004 und 2007 herrschten immer gute Wetterbedingen (sonnig und warm (bzw. 2004: mit 29 Grad ehr heiß). Beides Mal konnte ich bei diesem schönen Stadt-Landschafts-Marathon eine neue Bestzeit laufen. Wie schon im letzten Jahr habe ich mich zwar nicht erst am Tag vorher, aber doch kurz vor Toresschluss angemeldet. "Es stand ohnehin ein langer Lauf für die Vorbereitung zum München-Marathon in 4 Wochen an".

Die Vorzeichen sind in diesem Jahr dennoch etwas anders als im Letzten. Die Triathlon-Saison war sehr anstrengend, besonders die letzten beiden Veranstaltungen in Riesenbeck und Köln in den letzten beiden Wochen wirken noch nach und sind zusammen mit den beiden Langdistanzen vermutlich noch nicht richtig verdaut, spricht: regeneriert. Zusätzlich hatte ich mich entschlossen, am Samstag bei sonnigen aber kühlem Wetter die Startunterlagen mit dem Rennrad abzuholen. Das sind insgesamt 91 KM - die Hälfte davon gegen den teils böigen Ostwind. Die Anstrengung verhalf mir zu einem tiefen Schlaf - wenn da nur nicht ein Problem im Verdauungstrakt gewesen wäre. Schon während der Nacht deutete sich an, was morgens Realität werden sollte. Ich verbrachte schon vor der Fahrt nach Münster einige Zeit auf der Keramik und schaffte die anschließende Fahrt auch nur gerade so bis kurz vor das Veranstaltungsgelände, respektive einem DIXI-Klo, dass die aufmerksamen Veranstalter dort für mich aufgebaut hatten ;-))

Na Ja. Jedenfalls stand ich pünktlich um 8:45h im kalten Startblock der 3 - 3:30h-Läufer. Die Sonne schient zwar, aber die Temperaturen lagen zu diesem Zeitpunkt bei noch immer kühlem Ostwind unter 10 Grad.
Um 9 Uhr ging es fast pünktlich los. Ein Ziel hatte ich nicht, ausser, dass ich nicht alles geben wollte (konnte ich auch nicht). Einen früheren Ausstieg hatte ich mir persönlich zwar eingeräumt, aber: ich habe noch nie einen Wettkampf abgebrochen.
Auf den ersten 12-13KM geht es kreuz und quer durch die Münsteraner (Alt-)Stadt, etwas kurvig und abwechslungsreich. Die Beine waren gut und ich konnte permanent überholen. Die Beine wurde schon ab KM 18 etwas schwerer, aber das war ja vorauszusehen. Ab hier gab es auch keine wirkliche Möglichkeit zum Ausstieg mehr. Die Halbmarathon-Marke überlief ich nach 1:31:02. Eigentlich zu schnell, aber zu langsam für eine erneute Bestzeit. Nach jedem Trinken oder Essen (Gels bei KM 14 und 30) fing es im Magen-Darm-Trakt an zu rumpeln. Sehr unangenehm das ganze.
Das Tempo war bis KM 25 ziemlich gleichmässig, brach aber anschliessend ab. Erst ab KM 39 nahm ich wieder Tempo auf, als hier jemand meinen Namen rief. Die letzten 2 KM sind in Münster immer super zu laufen. Viel Publikum und super Stimmung, im Gegensatz zu den Bereichen ausserhalb des Zentrums bzw. auf dem Land. Mir persönlich macht das zwar nichts aus, da ich lieber für mich alleine laufe, aber andere mögen mehr Publikum und Lärm.

Ergebnis: 03:07:25h / Platz 129 gesamt und Platz 41 AK. M40.

Die (meine) Altersklassen sind ein echtes übel für bessere Platzierungen: Mehr als die Hälfte der Finisher vor kommt aus den Alterklassen 40 und 45 .

Montag, 8. September 2008

Saisonabschluss in Köln


Ich muss voran stellen: Dieses war meine 3. Teilnahme über die Mitteldistanz in Köln innerhalb von 3 Jahren. Von daher masse ich mir an, Kritik üben zu dürfen.

Vor drei Jahren war „die Welt noch in Ordnung“. Der Veranstalter sagte mir durch eine persönliche Mail zu, garantiert noch einen Startplatz als Nachmelder am Starttag zu erhalten. So war es dann auch. Samstag Vormittag wurde die Sprintdistanz (heute SMART-Distanz) ausgetragen, die Startunterlagen für die Mitteldistanz (damals noch 2,5 / 86,5 / 21 KM) konnten problemlos abgeholt werden.

Start am Sonntag in der frühe: Schwimmen im kühlen Fühlinger See (Regattastrecke, stracks geradeaus, glasklares Wasser, Bojen-Leinen unterwasser kennzeichnen den (geraden) Weg). Triathletenherz, was willst du mehr?
Die anschliessenden 86,5 Rad-Kilometer teilten sich in 4 gleiche Runden auf. Gelaufen wurde der Halbmarathon in 3 Runden um die Regattastrecke. Trotz Kälte, Nieselregen und fehlender Zuschauer hatte ich eine Menge Spaß.

2007:
Der Veranstalter hat sich auf die Fahnen geschrieben, eine weitere Langdistanz in Deutschland zu etablieren. Super Idee (eigentlich). Damit verbunden war eine Verlegung des Ziels vor das Schokoladen Museum in der Köln der Innenstadt. Klasse. Die Schwimmstrecke war unverändert super. Auch die Wechselzone (fast logisch). Die Radstrecke wurde gravierend verändert und auf 2 Runden gekürzt. Damit verbunden waren einige Wendepunkte, die das Tempo herausnahmen. Für das Wetter kann der Veranstalter nichts – Wind gehörte wie im Vorjahr auf der windanfälligen Strecke dazu. Regen blieb diesmal aus. Auch die Laufstrecke wurde verändert. Einmal um den See, dann 14 KM durch ein verwahrlostes Waldstück und einsame Industrieanlagen, um dann endlich die letzen 6 KM am Rhein entlang zum Ziel zulaufen.
Die zufälligen Zuschauer hat es nicht interessiert, die Strecke war nicht abgesperrt, keine Pressemitteilung in der Wochenendausgabe der Lokalzeitungen. Somit brachte die Verlegung des Ziels keinen Vorteil. Im Gegenteil. Als die 30 Minuten nach den Langdistanzlern gestarteten Mitteldistanzler schon längst geduscht, und um die Erfahrung der Strapaze des unseeligen Bustransfers von der Innenstadt zurück zum Start reicher, das Rad ausscheckten, liefen noch immer einige unverwegene Ironmänner und –frauen um den See. Ohne Aufmunterung durch sonst wen.

2008

Neben der Erhöhung des Startgeldes (aber noch immer wesentlich günstiger als etablierte Veranstaltung der Marke IRONMAN) gab es auch in diesem Jahr Änderungen der Rad- und Laufstrecke sowie des Zeitrahmens.

Vorausgeschickt: Die Organisation im Vorfeld war wie in den Jahren vorher nahezu reibungslos und fast perfekt. Die Teilnehmer der Langdistanz (Cologne226) starteten bereits um 07:00 Uhr. Der Start der nachfolgenden Mitteldistanz wurde auf 12:30 Uhr verlegt. Eine sinnvolle Maßnahme, da sich somit Teilnehmer beider Streckenlängen sowohl noch auch der Rad- als auch auf der Laufstrecke gemeinsam befanden. Das sollte wohl mehr Zuschauer (länger) an den See und an den Zielbereich locken. Das Konzept schien am Startbereich aufzugehen. Trotz kühler und Regen verheissender, windiger Witterung war dort mehr Zuschaueraufkommen als in den Jahren zuvor zu verzeichnen. Die nahezu unveränderte Wechselzone, die super Schwimmstrecke im „besten Schwimmbecken Kölns“ machten Hoffnung auf Besserung. Als Teilnehmer der Mitteldistanz kam ich in den Genuss von zwei erneut leicht geänderten Radrunden (Langdistanz 4) . Windanfällig wie zuvor (aber damit rechnet man ja), dafür mit weniger Wendepunkten. Die Laufstrecke: Einmal um den See (Langdistanz 3x 7 KM), danach 14 KM durch Industriegebiete (das „verwahrloste Waldgebiet“ fiel weg) und die letzen 6 KM am Rhein Richtung Ziel, das sich diesmal auf der gegenüberliegenden Rheinseite befand. D.h. eine Überquerung des Rheins auf der Deutzer Brücke, was wiederum einen den letzen Kräfte raubenden Anstieg auf dem letzen KM bedeutet, noch dazu über einen nicht abgesperrten stark frequentierten Rad-/Fussweg (=Zick-Zack-Lauf)! Nach etwas mehr als 21,1 KM dann endlich der Zieleinlauf mit persönlicher Gratulation des Veranstalters, einem (Plastik)Blumenkranz und der unvermeidlichen Blechmedaillie. Zuschauer? Unter den Betreuern bzw. Familienangehörigen befanden wohl kaum Fremde. Schade.

Der erneut eingerichtete Bustransfer zurück gestaltete sich wieder unprofessionell (zu wenig Busse, zu grosser Takt, „Absetzen in der unbeschilderten Wildnis“. Als Teilnehmer der Mitteldistanz war das geradeso hinnehmbar, für einen Finisher der Langdistanz ein unzumutbares „no go“. Auch in diesem „eierten noch einige Athleten/innen der Langdistanz bei einbrechender Dunkelheit mutterseelenallein um den See. Sie hatten noch mindesten (hoffentlich „nur noch“) 21 KM vor sich, als wir die Räder aus der Wechselzone holten. Hoffentlich gab es noch besetzte Verpflegungsständer auf der Reststrecke. Die Imbissbuden im Starbereich hatten schon geschlossen, so dass für die Finisher an einen Imbiss zwar zu denken, eine (für mich notwendige) Realisierung aber unmöglich war.

Fazit: Ich hatte damit geliebäugelt im nächsten Jahr nach dem Start in Klagenfurt in Köln eine weitere Langdistanz zu machen. Unter diesen Umständen werde ich das auch keinen Fall buchen. Eine Mitteldistanz vielleicht, aber nach den Erfahrungen der letzen 3 Jahre muss ich auch das in Frage stellen. Es sei denn, das Konzept wird (zurück-) verändert.

Mein Ergebnis bei meinem letzten Triathlon-Start in der M 40:

Swim 2,5 KM 0:42:45 (180.)

Bike 90 KM + 2 Wechsel 2:45:07 (200.)

Run 21,x KM 1:39:33 (86.)

Total 5:12:43 Platz 127 / AK 27 M.40 (Männer)

Finisher Mitteldistanz: 556 Männer + 93 Frauen

Obwohl ich etwas langsamer war, als in zuvor, bin ich in Anbetracht der extremen Windverhältnisse noch zufrieden. Mal sehen, wie es ab nächstes Jahr in der neuen Altersklasse wird ;-))

Montag, 1. September 2008

Riesenbeck: Bestzeit zum Saisonende

Nach einer ehr durchwachsenen Saison habe ich überraschend doch noch eine neue Bestzeit aufstellen können.
Mit den Worten meines Kollegen Bernhard im Ohr: ..."und Sonntag alles rauslassen" bin ich bei sonnigem Wetter, 26 Grad Außen- und 19 Grad Wassertemperatur beim Riesenbeck-Triathlon über die olypmpische- (auch Kurz-) Distanz (1,5 KM Swim, 44 KM Bike und 10 KM Run) zunächst etwas lustlos und müde an den Start gegangen.
Kurz nach dem Schwimmstart habe ich aber einen guten Rhythmus gefunden und fand mich schon nach 23:42 Minuten wieder an Land. Das war der 24. Platz.
Der erste Wechsel kostete unnötig Zeit. Ich war total aus der Puste, zittrig und konnte mir den Neo nicht im Stehen ausziehen. Gut 2:28 Minuten benötigte ich, bis ich auf dem Bike saß und "alles raus ließ". Ein viel zu hoher Puls und Schmerzen überall ließen mich auf den ersten 15 KM verzweifeln. Einer nach dem anderen fuhr an mir vorbei - so schien es, ob wohl das Tempo für meine bescheidenen Verhältnisse sehr hoch war. Nachdem ich die erste Flasche Wasser schon nach 12 KM intus hatte, lief es besser und ich fühlte mich fitter. Die zwei Runden plus einer Zusatzschleife machten knapp 44 KM aus. Die reine Fahrzeit betrug dabei 1:16:30h - eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,51 KM/h bedeutet ebenso wie die Schwimmzeit eine neue Bestzeit für mich.

Das Laufen gestaltete sich nach 1:04h Wechselzeit recht schwierig. Ich bin wieder viel zu schnell angelaufen, hatte Durst ohne Ende und einen Puls bis zum Anschlag. Ich wähnte mich schon bei KM 5 - als ich die 3-KM-Marke passierte. Das raubte mir die letzte Motivation und ich zweifelte an einem Finish. Einen Vereinskollegen konnte ich überholen und versuchte die anderen auf Distanz zu halten trotzdem aber das Tempo zu reduzieren.
Nach weiteren 42:38 Minuten hatte ich die 10 KM hinter mich gebracht.

Insgesamt 02:26:22 h an "der Kotzgrenze". So verausgabt ich mich bislang nur bei Halbmarathons und einem 10 KM-Wettkampf.

Der restlichte Tag und die folgende Nacht war dahin. Magenkrämpfe und total am Ende. Zum ersten Mal habe ich auf einer Kurzdistanz meine persönliche Leistungsgrenze erreicht und überschritten.

Platz 27 insgesamt und Platz 7 in der M40 sprangen dabei heraus.

Die Splitzeiten:

Swim 1,5 K 0:23:42 ø 3,8 km/h 1:34m/100mtr
T-1 0:02:28
Bike 44 K 1:16:30 ø 34,51 KM/h 1:44 m/km
T-2 0:01:04
Run 10 K 0:42:38 ø 14,07 KM/h 4:17 m/km