Montag, 8. September 2008

Saisonabschluss in Köln


Ich muss voran stellen: Dieses war meine 3. Teilnahme über die Mitteldistanz in Köln innerhalb von 3 Jahren. Von daher masse ich mir an, Kritik üben zu dürfen.

Vor drei Jahren war „die Welt noch in Ordnung“. Der Veranstalter sagte mir durch eine persönliche Mail zu, garantiert noch einen Startplatz als Nachmelder am Starttag zu erhalten. So war es dann auch. Samstag Vormittag wurde die Sprintdistanz (heute SMART-Distanz) ausgetragen, die Startunterlagen für die Mitteldistanz (damals noch 2,5 / 86,5 / 21 KM) konnten problemlos abgeholt werden.

Start am Sonntag in der frühe: Schwimmen im kühlen Fühlinger See (Regattastrecke, stracks geradeaus, glasklares Wasser, Bojen-Leinen unterwasser kennzeichnen den (geraden) Weg). Triathletenherz, was willst du mehr?
Die anschliessenden 86,5 Rad-Kilometer teilten sich in 4 gleiche Runden auf. Gelaufen wurde der Halbmarathon in 3 Runden um die Regattastrecke. Trotz Kälte, Nieselregen und fehlender Zuschauer hatte ich eine Menge Spaß.

2007:
Der Veranstalter hat sich auf die Fahnen geschrieben, eine weitere Langdistanz in Deutschland zu etablieren. Super Idee (eigentlich). Damit verbunden war eine Verlegung des Ziels vor das Schokoladen Museum in der Köln der Innenstadt. Klasse. Die Schwimmstrecke war unverändert super. Auch die Wechselzone (fast logisch). Die Radstrecke wurde gravierend verändert und auf 2 Runden gekürzt. Damit verbunden waren einige Wendepunkte, die das Tempo herausnahmen. Für das Wetter kann der Veranstalter nichts – Wind gehörte wie im Vorjahr auf der windanfälligen Strecke dazu. Regen blieb diesmal aus. Auch die Laufstrecke wurde verändert. Einmal um den See, dann 14 KM durch ein verwahrlostes Waldstück und einsame Industrieanlagen, um dann endlich die letzen 6 KM am Rhein entlang zum Ziel zulaufen.
Die zufälligen Zuschauer hat es nicht interessiert, die Strecke war nicht abgesperrt, keine Pressemitteilung in der Wochenendausgabe der Lokalzeitungen. Somit brachte die Verlegung des Ziels keinen Vorteil. Im Gegenteil. Als die 30 Minuten nach den Langdistanzlern gestarteten Mitteldistanzler schon längst geduscht, und um die Erfahrung der Strapaze des unseeligen Bustransfers von der Innenstadt zurück zum Start reicher, das Rad ausscheckten, liefen noch immer einige unverwegene Ironmänner und –frauen um den See. Ohne Aufmunterung durch sonst wen.

2008

Neben der Erhöhung des Startgeldes (aber noch immer wesentlich günstiger als etablierte Veranstaltung der Marke IRONMAN) gab es auch in diesem Jahr Änderungen der Rad- und Laufstrecke sowie des Zeitrahmens.

Vorausgeschickt: Die Organisation im Vorfeld war wie in den Jahren vorher nahezu reibungslos und fast perfekt. Die Teilnehmer der Langdistanz (Cologne226) starteten bereits um 07:00 Uhr. Der Start der nachfolgenden Mitteldistanz wurde auf 12:30 Uhr verlegt. Eine sinnvolle Maßnahme, da sich somit Teilnehmer beider Streckenlängen sowohl noch auch der Rad- als auch auf der Laufstrecke gemeinsam befanden. Das sollte wohl mehr Zuschauer (länger) an den See und an den Zielbereich locken. Das Konzept schien am Startbereich aufzugehen. Trotz kühler und Regen verheissender, windiger Witterung war dort mehr Zuschaueraufkommen als in den Jahren zuvor zu verzeichnen. Die nahezu unveränderte Wechselzone, die super Schwimmstrecke im „besten Schwimmbecken Kölns“ machten Hoffnung auf Besserung. Als Teilnehmer der Mitteldistanz kam ich in den Genuss von zwei erneut leicht geänderten Radrunden (Langdistanz 4) . Windanfällig wie zuvor (aber damit rechnet man ja), dafür mit weniger Wendepunkten. Die Laufstrecke: Einmal um den See (Langdistanz 3x 7 KM), danach 14 KM durch Industriegebiete (das „verwahrloste Waldgebiet“ fiel weg) und die letzen 6 KM am Rhein Richtung Ziel, das sich diesmal auf der gegenüberliegenden Rheinseite befand. D.h. eine Überquerung des Rheins auf der Deutzer Brücke, was wiederum einen den letzen Kräfte raubenden Anstieg auf dem letzen KM bedeutet, noch dazu über einen nicht abgesperrten stark frequentierten Rad-/Fussweg (=Zick-Zack-Lauf)! Nach etwas mehr als 21,1 KM dann endlich der Zieleinlauf mit persönlicher Gratulation des Veranstalters, einem (Plastik)Blumenkranz und der unvermeidlichen Blechmedaillie. Zuschauer? Unter den Betreuern bzw. Familienangehörigen befanden wohl kaum Fremde. Schade.

Der erneut eingerichtete Bustransfer zurück gestaltete sich wieder unprofessionell (zu wenig Busse, zu grosser Takt, „Absetzen in der unbeschilderten Wildnis“. Als Teilnehmer der Mitteldistanz war das geradeso hinnehmbar, für einen Finisher der Langdistanz ein unzumutbares „no go“. Auch in diesem „eierten noch einige Athleten/innen der Langdistanz bei einbrechender Dunkelheit mutterseelenallein um den See. Sie hatten noch mindesten (hoffentlich „nur noch“) 21 KM vor sich, als wir die Räder aus der Wechselzone holten. Hoffentlich gab es noch besetzte Verpflegungsständer auf der Reststrecke. Die Imbissbuden im Starbereich hatten schon geschlossen, so dass für die Finisher an einen Imbiss zwar zu denken, eine (für mich notwendige) Realisierung aber unmöglich war.

Fazit: Ich hatte damit geliebäugelt im nächsten Jahr nach dem Start in Klagenfurt in Köln eine weitere Langdistanz zu machen. Unter diesen Umständen werde ich das auch keinen Fall buchen. Eine Mitteldistanz vielleicht, aber nach den Erfahrungen der letzen 3 Jahre muss ich auch das in Frage stellen. Es sei denn, das Konzept wird (zurück-) verändert.

Mein Ergebnis bei meinem letzten Triathlon-Start in der M 40:

Swim 2,5 KM 0:42:45 (180.)

Bike 90 KM + 2 Wechsel 2:45:07 (200.)

Run 21,x KM 1:39:33 (86.)

Total 5:12:43 Platz 127 / AK 27 M.40 (Männer)

Finisher Mitteldistanz: 556 Männer + 93 Frauen

Obwohl ich etwas langsamer war, als in zuvor, bin ich in Anbetracht der extremen Windverhältnisse noch zufrieden. Mal sehen, wie es ab nächstes Jahr in der neuen Altersklasse wird ;-))

Montag, 1. September 2008

Riesenbeck: Bestzeit zum Saisonende

Nach einer ehr durchwachsenen Saison habe ich überraschend doch noch eine neue Bestzeit aufstellen können.
Mit den Worten meines Kollegen Bernhard im Ohr: ..."und Sonntag alles rauslassen" bin ich bei sonnigem Wetter, 26 Grad Außen- und 19 Grad Wassertemperatur beim Riesenbeck-Triathlon über die olypmpische- (auch Kurz-) Distanz (1,5 KM Swim, 44 KM Bike und 10 KM Run) zunächst etwas lustlos und müde an den Start gegangen.
Kurz nach dem Schwimmstart habe ich aber einen guten Rhythmus gefunden und fand mich schon nach 23:42 Minuten wieder an Land. Das war der 24. Platz.
Der erste Wechsel kostete unnötig Zeit. Ich war total aus der Puste, zittrig und konnte mir den Neo nicht im Stehen ausziehen. Gut 2:28 Minuten benötigte ich, bis ich auf dem Bike saß und "alles raus ließ". Ein viel zu hoher Puls und Schmerzen überall ließen mich auf den ersten 15 KM verzweifeln. Einer nach dem anderen fuhr an mir vorbei - so schien es, ob wohl das Tempo für meine bescheidenen Verhältnisse sehr hoch war. Nachdem ich die erste Flasche Wasser schon nach 12 KM intus hatte, lief es besser und ich fühlte mich fitter. Die zwei Runden plus einer Zusatzschleife machten knapp 44 KM aus. Die reine Fahrzeit betrug dabei 1:16:30h - eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,51 KM/h bedeutet ebenso wie die Schwimmzeit eine neue Bestzeit für mich.

Das Laufen gestaltete sich nach 1:04h Wechselzeit recht schwierig. Ich bin wieder viel zu schnell angelaufen, hatte Durst ohne Ende und einen Puls bis zum Anschlag. Ich wähnte mich schon bei KM 5 - als ich die 3-KM-Marke passierte. Das raubte mir die letzte Motivation und ich zweifelte an einem Finish. Einen Vereinskollegen konnte ich überholen und versuchte die anderen auf Distanz zu halten trotzdem aber das Tempo zu reduzieren.
Nach weiteren 42:38 Minuten hatte ich die 10 KM hinter mich gebracht.

Insgesamt 02:26:22 h an "der Kotzgrenze". So verausgabt ich mich bislang nur bei Halbmarathons und einem 10 KM-Wettkampf.

Der restlichte Tag und die folgende Nacht war dahin. Magenkrämpfe und total am Ende. Zum ersten Mal habe ich auf einer Kurzdistanz meine persönliche Leistungsgrenze erreicht und überschritten.

Platz 27 insgesamt und Platz 7 in der M40 sprangen dabei heraus.

Die Splitzeiten:

Swim 1,5 K 0:23:42 ø 3,8 km/h 1:34m/100mtr
T-1 0:02:28
Bike 44 K 1:16:30 ø 34,51 KM/h 1:44 m/km
T-2 0:01:04
Run 10 K 0:42:38 ø 14,07 KM/h 4:17 m/km

Sonntag, 17. August 2008

Triathlon-Mitteldistanz in Hückeswagen

Nach langem Zögern (der Wetterbericht sagte bis zur Wochenmitte Regen voraus, und so richtig fit fühle ich mich auch nicht) bin ich am Samstag früh als Nachmelder an den Start der Mitteldistanz über 2 KM Schwimmen, 75,5 KM Radfahren und ca. 23,9 KM Laufen gegangen. der 8. Triathlon-Start in 13 Wochen.
Mit der Veranstaltung hatte ich schon im letzten Jahr gute Erfahrungen gemacht, als wir dort mit der Landesliga-Mannschaft starteten.

270 Männer und 38 Frauen gingen inklusive der 180 NRW-Ligastarter über die Mitteldistanz in Rennen, 19 sollten nicht finishen.
Um 8:45h fiel der Startschuß für die "Jedermänner", nachdem die Ligastarter bereits seit 15 Minuten um 20 Grad kühlen Wasser der Bevertalsperre der aufgehenden Sonne entgegen schwammen. Ich persönlich hatte erhebliche Mühe in dem diffusen Licht die Richtung beizubehalten und verlor mehr als einmal komplett die Orientierung, auch noch, nachdem wir bereits zweimal die Richtung gewechselt hatten und zurück zum Start/Ziel schwammen. Hier habe ich wohl einiges an Zeit liegen gelassen. Überhaupt fand ich zu keiner Zeit einen Rhythmus und hatte das Gefühl unheimlich schwerer Arme. Umso mehr überraschte mich die Schwimmzeit von "nur" 31:26 Minuten, bedeutete das doch einen Rückstand von nur 7 Minuten auf den schnellsten Schwimmer im Feld, allerdings auch nur die 148. Schwimmzeit.

Nach einem für mich blitzartigem Wechsel ging es bei noch kühlen Temperaturen auf die sehr anspruchsvolle Radstrecke. Der ständige Wechsel von moderaten Anstiegen (maximal 9%, durchschnittlich 3%) und schnellen Abfahrten machen ein gleichmäßiges Fahren, noch dazu auf dem Auflieger liegend, über weite Strecken fast unmöglich. Mit meinem normalen Rennrad wäre ich hier genauso gut über die Runden gekommen. 4 Runden sind auf dem welligen Kurs, der auf einigen Abfahren aufgrund schlechter Fahrbahndecke und 90-Grad-Kurven die volle Aufmerksamkeit erfordert, zu bewältigen. Offenbar ist es trotz der zum Glück trockenen und gut gesicherten Straßen zumindest zu einem wohl sehr heftigem Sturz gekommen.

2:24:58h (ich war jetzt auf Platz 180 zurück gefallen) dauerte für mich der Spaß, der erst nach KM15 so richtig zum Spaß wurde. Vorher hatte ich mit zu hohem Puls und brennenden Oberschenkelmuskeln zu kämpfen.
Die Belastungen der vorangegangenen Wettkämpfe in den letzen Wochen und Monaten (7 Triathlons, darunter 2 Lang- und 2 Mitteldistanzen sowie ein Marathon und 2 Halbmarathons) sind jetzt doch deutlich spürbar. Zudem war ich noch am Donnerstag 30,5 KM gelaufen.
Das war auch der Hauptgrund, warum ich den folgenden Halbmarathon (genau: 23,9 KM) zunächst sehr langsam und unter meinen Möglichkeiten anging. Ich hatte doch erhebliche Zweifel daran, dass ich die Laufstrecke beenden würde.
Nach einem rund 1 KM langem leichten Anstieg, ging es für 4 KM bergab, zum ersten Mal in den Zielbereich im Hückeswagener Stadion. Im Anschluß folgten 3 Runden um die Bever-Vorsperre, mit wechselndem Untergrund und nur einer wesentlichen Steigung, direkt nach jedem Stadiondurchlauf.
Nach 11 KM war ich mir sicher, dass ich den Halbmarathon ohne Probleme durchlaufen könnte und beschleunigte nun das Tempo. Endlich kam auch hier der Spaß hinzu. Bei jetzt rund 23 Grad konnte ich diverse Läufer überholen, wobei man nicht sehen konnte, zu welchem Lauf (zusätzlich gab es noch eine Sprintdistanz) zu gehörten bzw. in welcher Laufrunde sie sich befanden. 1:39:30h benötigte ich für den Laufkurs, durch die 98 "schnellste" Laufzeit konnte ich zumindest 38 Plätze im Gesamtklassement gutmachen.

Nach 4:37:30h überquerte ich zum 8. Mal in diesem Jahr eine Triathlon-Ziellinie. Nachdem ich das Schwimmen und Rad fahren schneller bewältigt hatte, als im letzten Jahr, war ich nur eine knappe Minute langsamer.
Spaß hat es gemacht, ich fühlte mich im Ziel weitaus besser, als vor einem Jahr.
Dieses Urgestein der deutschen Triathlon-Szene, es war die 26. Auflage, ist eine Empfehlung für diejenigen Wert, die gerne in hügeligem, welligen Terrain fahren. Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich die Leistungsdichte weiter verstärkt. Meine letztjährige Zeit hätte mir nur 3 Plätze in der Ergebnisliste gebracht. Allerdings: Im letzten Jahr reichte die Zeit noch für einen 109. Platz...
Das gibt Hoffnung auf ein gutes Saisonende mit der Kurzdistanz in Riesenbeck in 14 Tagen und der dann 4. Mitteldistanz in Köln am ersten September-Wochenende. Ob ich eine Woche später noch in Bad Rothenfelde starte, oder in Münster auf die Marathon-Strecke wechsele, werde ich jetzt bald entscheiden. Der Lauf-Saison-Ausklang wird der München-Marathon am 12. Oktober werden. Das Training dafür läuft bereits seit dem letzen Donnerstag.

Die Splitzeiten in Hückeswagen:

Swim 2KM 0:31:36
Wechsel 1 0:00:54
Bike 75,5 KM 2:24:58
Wechsel 2 0:01:36
Run 23,9KM 1:39:30

Ergebnis gesamt: : Platz 142 (Männer) AK.-Pl. 25 M40
Westdeutsche Meisterschaft: Platz 132. AK.-Pl. 22 M40


Alle Triathlonergebnisse dieses Jahres stehen hier

Montag, 4. August 2008

OstseeMääääään!

Geschafft!
2 Langdistanzen in drei Wochen. Dazu noch ein gerüttelt Maß an Spaß und fertig ist die Anmeldung für 2009.

Na ja. Fast jedenfalls.

Nachdem wir vier bereits am Freitag Mittag in Glücksburg angereist waren, war nach einem schönen Samstag im Strandkorb gestern endlich einmal "Reiner-Döpke-Wetter".
Zunächst sah es nicht danach aus, nachdem es pünktlich zum Aufstehen angefangen hatte zu regnen. Die Temperaturen lagen am frühen Morgen schon bei 18 Grad - das konnte nicht schief gehen.

Um 5:45 h hatten mich Christine, Lisa und Jennie an der Wechselzone abgesetzt - ich glaube, ich war der einzige Triathlet mit Regenschirm :-))
Nach der kalten und nassen Erfahrung in Roth hatte ich meine Lektion gelernt, alle Kleider in wasserdichte Säcke verpackt und mir selbst eine dünne Plane zum überziehen mitgenommen. So konnte ich in aller Mutterseelen Ruhe mein Rad und meine Wechselzone vorbereiten, während andere noch mächtig am Schimpfen waren.
Wie die Veranstalter es versprochen hatten, ließ der Regen schon bald nach und die Stimmung in der Wechselzone stieg unaufhaltsam. Der Aufbau und Ablauf in der Wechselzone war ähnlich dem der Challenge Roth. Selbst die Kleiderbeutel waren die gleichen. Trotzdem gefiel mir der Ostseeman schon jetzt besser. Vielleicht lag es an den wärmeren Temperaturen oder/und an den kurzen Wegen.

Um halb sieben ging ich wie viele andere auch schon einmal zum Start an den Strand und genoß dort die noch gespannt - ruhige Stimmung des anbrechenden Morgens.


Pünktlich um 7 Uhr ertönte dann der Countdown zum Massenstart vom Strand an der Kurpromenade, und ab ging es in das salzige Wasser der Ostsee - dass was mich im letzten Jahr dazu bewogen hatte, mich zu diesem Event anzumelden!

Seit meiner Kindheit war ich nicht mehr in der Ostsee geschwommen.
Der Wind der letzen Stunden hatte das Wasser der Flensburger Förde ein wenig "rubbelig" gemacht - weit weniger, als ich erwartet hatte.
Die 3,8 KM Schwimmstrecke war ein zweimal zu durchschwimmender Dreieckskurs. Zunächst schwammen wir mit der Dünung, dann ging es genau in den Gegenwind und gegen die Wellen. Hier fiel mir und vielen anderen die Orientierung sehr schwer. Die Bojen waren zwischen den Wellentälern nicht bzw. spät zu erkennen. Auch das Schwimmen selbst strengte weitaus mehr an.

Dummerweise trafen mich um Laufe der ersten Schwimmrunde drei kleinere Feuerquallen ins Gesicht und an den Hals, was sich als langwieriges Ärgernis herausstellen sollte. Bis zu 30 Stunden halten die Hautirritierungen wohl an.

Wider Erwarten kam ich schon nach 1:11:16h aus dem Wasser - Immerhin als 28. der Einzelstarter (was vielleicht nicht für die Qualität des Starterfeldes, dafür aber für meinen Neoprenanzug spricht ;-)) )

Der erste Wechsel gestaltete sich recht kurz. Schon nach gut 4 Minuten saß ich im Sattel.
6 Mal war die nicht ganz einfache 30 KM-Runde zu durchfahren. Wer hier im äußersten Norden der Republik "plattes" Land erwartet, der irrt sich gewaltig. Es kamen knapp 1.200 Höhenmeter zusammen - mehr als beim Ironman in Frankfurt.
Dennoch ist das eine Radstrecke, die einfach Lust auf mehr macht - guter Asphalt und viele Abfahren auch denen man Tempo machen kann.
Trotzdem der Wind von Runde zu Runde zunahm, ließ der Spaß nicht wesentlich nach. Auch nicht, als es zu Beginn der letzen Runde anfing zu Regnen. Bei jetzt 20 Grad machte mir das nichts mehr aus. Die Temperatur fiel nur auf 18 Grad Grad - kein Vergleich zu dem Gefühl in Roth.

Wer es nicht glaubt: Auch in Glücksburg gibt es einen "Solaraer Berg" - sicher heißt der anders, er ist nicht so lang, nicht so steil und die Zuschauermassen sind nicht so dicht gedrängt - aber: die Stimmung ist da und macht Gänsehaut. Sechs Mal.

5:43:45 h waren vergangen, als ich nach einem kurzen Boxenstopp von 02:27 min in der Wechselzone, in dem mir mein Rad abgenommen wurde und ich die Laufschuhe anzog, auf die Marathonstrecke ging. An Position 38 der Einzelstarter.

Sonniges Wetter, etwas Wind gefühlte Temperatur von über 20 Grad - was will man mehr?

Die ersten beiden der insgesamt fünf 8,44-KM-Runden vergingen fast wie im Flug. Auch der erste Teil der dritten Runde. Dann begannen wieder die Schmerzen, denen ich auch schon in Roth ausgesetzt war. Irgendwo um die Halbmarathonmarke herum war denn aus mit Lustig und das Walking begann. Diesmal allerdings wesentlich unterhaltsamer als in Roth weil es schon mehr "Leidensgenossen" gab, und weil auch meine Laune durchaus oder trotzdem im grünen Bereich war. Es war abzusehen, dass ich die 2. Langdistanz in drei Wochen schaffen würde - kein Gedanke an einen Abbruch. Dazu trug auch meine Familie bei, die ich auf jeder Laufrunde traf und mit der ich kurz ein Schwätzchen ;-)) (= willkommener Anlaß zum Stehen bleiben) halten konnte.

Der Marathon steht mit 4:41:32h zu Buche (Platz 71).

Die Endzeit von 11.36.36h bescherte mir Platz 219 und den 56. meiner Altersklasse. Das ist aber unwichtig und nebensächlich.

Denn: ich bin jetzt

DER
OSTSEEMAN !!

Dienstag, 15. Juli 2008

Challenge Roth - Nach dem Rennen ist vor dem Rennen


Den Link zum ausführlichen Rennbericht habe ich ja gestern schon gebloggt (arbeite noch daran).

Aufgrund diverser Problemchen bin ich 49 Minuten oder ca. 600 Plätze über meinem anvisierten Ziel in eben diesen nach 11:36:10h angekommen.


Die Splitzeiten:


Swim 1:05:53
T 1 0:04:25
Bike 5:38:14
T-2 0:03:25
Run 4:44:14

Nicht Fisch und nicht Fleisch. Im Nachhinein bin ich aber dann doch noch einigermaßen zufrieden, weil ich wieder ein Rennen beendet habe und dabei keine Schäden davongetragen habe.

Ich werde also in jedem Fall in 3 Wochen in Glücksburg starten, obwohl ich heute schon die Schmerzen erahne bzw. noch kenne. Fragt nicht, warum ich ir das antue. Die Antwort versuche ich noch zu finden.

Heute früh um Mitternacht habe ich mich sofort nach Öffnung der Online-Anmeldung für den IRONMAN Austria angemeldet. Der Start ist am 05. Juli 2009 in Klagenfurt.

Heute Mittag waren sowohl die Anmeldelisten für Roth als auch für Klagenfurt 2009 bereits geschlossen, weil ausgebucht.

In den nächsten Jahren werde ich auf keinen Fall versuchen, mich für Hawaii zu qualifizieren. Das mußte ich mir abschminken. Natürlich werde ich mich auch weiterhin ernsthaft für ein solches XXL Event vorbereiten und natürlich will ich weiterhin mein Bestes geben - sonst kann ich es ja auch gleich sein lassen. Allerdings werde ich mir keine ambitionierten Zeitziele mehr setzten.
Wenn ich einmal die 10 vorne stehen haben sollte, freue ich ich mich sicher riesig. Wenn nicht: dann ist es eben so. Das ist wie mit der "2" beim Marathon.

Heute wollte ich mein Rad, nachdem ich es 5 Stunden lang geputzt und gewartet habe noch ein wenig ausfahren und mir die Beine ausschütteln. Nach 11 KM hatte ich genau vor dem Fahrradladen meines Vertrauens einen Platten.
Als wir das Hinterrad ausgebaut hatten, stellten wir die Ursache fest: Das Felgenband (zwischen Felge und Schlauch) war verrutscht, so dass ein Speichenloch den Schlauch etwas malträtiert und durchlöchert hatte. Ich hätte in Roth also gerade noch ca 10-12 KM weiterfahren können, bis mich die Panne dort erwischt hätte.

Race Report Challenge Roth

Kurz vorab das Positive: ich bin angekommen - mit 51 Minuten Verspätung.

Näheres hier

und später an dieser Stelle.

Montag, 7. Juli 2008

Roth - Das Ziel

Dann will ich mich mal outen:

Schwimmen 01:13h
Wechsel 1 00:07h
Rad 05:30h
Wechsel 2 00:05h
Laufen 03:50h

Ich denke, dass ist sehr knapp gerechnet. Die Schwimmzeit entspricht der vom letzten Jahr in Frankfurt. Daran wird nicht zu rütteln sein und ist ehr positiv gerechnet, da ich in diesem Jahr weniger geschwommen habe.

Auf dem Rad habe ich rund 700 KM mehr gefahren, mir fehlt allerdings die nötige Kraft um den entscheidenden Druck auf die Pedale zu bekommen. Nach 05:35:54 im Vorjahr sollten die 05:30h aber realistisch sein - bei vernünftigen Wetterverhältnissen.

Neben dem Radsplit ist auch der abschließende Marathon ein Unsicherheitsfaktor: Halten der Rücken und die Beine, ist alles gut und die angepeilte Zeit ehr im oberen Bereich angesiedelt. Wenn ich wieder von Anbeginn an Schmerzen habe, ist die anvisierte Zielzeit von 10:45h ohnehin über den Haufen geworfen.

Nach der letzten langen Trainingsausfahrt bin ich aber guter Dinge, dass es in diesem Jahr besser wird.

Die beiden Wechselzeiten sind wieder Mutmaßungen, da ich die Wege und den Ablauf in der Wechselzone nicht kenne.


Gerade habe ich ich mir meinen Rennbericht aus Frankfurt noch einmal zu Gemüte geführt - das steigert doch etwas die Vorfreude. Von Nervosität kann bislang keine Rede sein. Ich sitze noch in England und bin auch gedanklich fern ab vom kommenden Wochenende.