Sonntag, 1. August 2010

IRONMAN Regensburg - Raceday!

Lutz sagt: "Es war ein gebrauchter Tag" - der Tag meines 6. IRONMANs. Immerhin wollte ich nur eines dieser Dinger machen  ;-)

Nun stand ich also um kurz nach 5 Uhr in der Frühe verschlafen an der Bushaltestelle, nachdem mich der Wecker zunächst vergeblich im 3:45 aus den Federn schmeißen sollte/wollte. Immer mit der Ruhe...
Da war kein Adrenalin im Blut.

Der geplante Bus um 5:15h fuhr ohne mich ab - zu voll. Direkt darauf rollte der Nächste in die Haltestelle, machte aber keine Anstalten, vor 5:45h loszufahren. So wurde es zeitmässig etwas eng, als wir gegen 6:15 am "Guggi" eintrafen. Zum Glück hatte ich mein Rad so weit vorbereitet, dass ich weder Luft nachpumpen noch Gels am Rad befestigen musste. Lediglich die Trinkflaschen musste ich anbringen bzw. auffüllen.
Danach wurde es schon Zeit, in den Neo zu steigen, da wir die Wechselzone um 6:30 h verlassen sollten. Das hintere mich daran, wie eigentlich gewohnt, die angespannte Ruhe in mich aufzunehmen. Meine Art der Meditation eben. Auch den Weg vom Wasserausstieg bis zum Rad konnte ich nicht mehr abgehen, was im Nachhinein aber kein Hindernis darstellte.
Nachdem ich mich entschieden hatte, nicht im Wechselzelt, sondern direkt am Rad zu wechseln, musste ich nur noch meinen "After-Race-Beutel" abgeben, dann ging es in hinunter in den Startbereich am See.
Vom Einschwimmen halte ich ja nicht besonders viel - so ging ich nur kurz ins 22,8 Grad warme Wasser, um den Anzug zu fluten.
Mittlerweile ging die Sonne am gegenüberliegenden Ufer auf. Ich reihte mich weit hinten, auf der linken Seite des Starterfeldes an. 
07:00 Uhr: Landstart. 2.200 Starter rennen mehr oder weniger gleichzeitig auf 90 Metern Breite ins Wasser. Christine, die am Ufer stand, sagt: "Wie ein Sack voll Erbsen, die ins Wasser rollen".
Das Wasser kocht. Körperkontakte, auch heftige, sind unausweichlich. Das geht so bis weit nach der Hälfte des 3,8 KM-Schwimmkurses, der als Novum keinen Landausstieg beinhaltet. Die Orientierung ist schwer möglich, häufig schwimme ich "einfach" anderen Athleten hinterher - nicht immer die beste Entscheidung. Nur kurzzeitig ist mir ein freies Schwimmen möglich. Erst auf der letzen Geraden schwimme ich ganz weit außen, ohne jeglichen Kontakt zu andern Schwimmen, dafür mit Sichtkontakt zum Schwimmausstieg. Auf diesen gefühlten 20 Minuten habe ich vermutlich einiges an Boden gut machen können. Nur so ist meine recht gute Schwimmzeit von 1:09:20h (Platz 656) zu erklären. Ich habe mehrmals auf die Uhr gehen - konnte es nicht glauben. Gefühlt habe ich 2-300 Meter mehr geschwommen...

T-1 Der erste Wechsel:
Was soll ich sagen: Mein Rad habe ich in der markierungslosen Wechselzone auf Anhieb gefunden. Dier Ausstieg aus dem Neoprenanzug verursachte die üblichen Krampfanfälle in den Waden, kosten aber nur wenig Zeit. Die habe ich dann mich dem Richten der Socken ;-)) vergeudet. Und: mit dem Stoppen und Starten der Pulsuhr unmittelbar nach dem Loslaufen mit dem Rad. Aber das ist eine andere und eher für Technikverliebte Geschichte... Nach den geplanten 5 Minuten (genau 4:58) saß ich als 813. auf dem Rad.

Bike:
Zum Glück bin ich am Donnerstag die geführte Radrunde mitgefahren. So ließ ich es ruhig angehen. Die ersten 10 KM sind flach, danach geht es gut 20 KM bergauf - mit einer Abfahrt zwischendurch. Wohl gemerkt: die Runde ich zweimal zu durchfahren. Hier haben viele überzogen und hatten auf der zweiten Runde ziemlich zum kämpfen. Die Temperatur um 8:45h: 20°C in der Sonne
Wie ging's mir? Bescheiden! Nur selten habe ich mich auf den ersten 45KM so unkomfortabel auf dem Rad gefühlt, wie heute. Schmerzen in den Oberschenkeln von Anfang an, wenig Motivation und wenig Druck auf den Pedalen zeichneten das erste Viertel der Radstrecke aus. Dann wurde es besser und ich wurde wieder zuversichtlicher.
Nach 2:25:41 Stunden hatte ich die ersten 80 Kilometer hinter mir und passierte zum ersten Mal an Position 577 liegend, die Wechselzone am See. Wunderbar. Die Temperatur stieg, meine Laune auch. Die Beine drehten rund. Auch die nun wieder kommenden Anstiege bereiteten mir eher Freunde als leid. Von anderen Athleten wurde mir zweimal hinterhergerufen, woher ich die Kraft noch nehmen würde. Kaum ein Problem für mich und durchaus nicht überzogen.
Auf der fast 30 KM langen Gegenwindpassage hatte ich dann aber doch mehr zu kämpfen. Ich merkte, wie sich Unlust breit machte und mir auch die Getränke nicht mehr schmeckten, bzw. ich mich zum Essen und Trinken zwingen musste. Kein gutes Zeichen.
Gegen Mittag zeigte das Thermometer Temperaturen in der Sonne zwischen 28 und 31°C an. Die letzten 20 Kilometer zogen sich endlos lang hin. 3:01:09h benötigte ich für die 100 KM (Platz 423)  - das brachte mich als 471. in 5:26:50h in die zweite Wechselzone auf dem Regensburger Dultplatz.

Im Gegensatz zum IRONMAN in Frankfurt werden den Athleten hier die Räder nicht abgenommen, man muss sie selbst in die Radständer hängen (Platz ungefähr merken für die Abholung). Erst dann werden die Wechselbeutel aufgenommen. Ich hatte Glück, dass wenig los war in der Wechselzone und bekam meinen angereicht. Vorstellbar, dass in der Hochzeit sich die Athleten die Beutel selbst von den Ständern suchen müssen. Aber auch das sollte kein Problem sein. Statt der geplanten 2 Minuten benötigte ich 3:05 min (335 "schnellste" Wechselzeit). Die eine Minute ist dem Aufhängen des Rades geschuldet.

Run:
Nach 6:44:13 Stunden Rennzeit ging sich auf die Marathonstrecke. Knapp 16 Minuten vor der Planzeit.
Ich fühlte mich miserabel. Der Kopf war leer, die Energiespeicher auch schon etwas länger. Kopfschmerzen hatte ich schon auf dem Rad bekommen. Ich konnte und kann mir (noch) nicht erklären, woran das lag. 
Der erste Teil (ca. 3,5 KM) der etwas über 10 Kilometer langen Laufrunde führt durch die Regensburger Innenstadt - die zu diesem Zeitpunkt glühend heiß war. Im Gegensatz zu der Radstrecke säumten hier Tausende interessierter und zufälliger Zuschauer die Strecke durch die Stadt und den angrenzenden Westpark, zurück an der Donau entlang bis zur Wechselzone. Die ersten 4 KM waren eine wirklich Qual. Ich hatte massive Zweifel dieses Unternehmen zu beenden zu können. An jeder Verpflegungsstation goss ich mir kühles Wasser über den Kopf und trank ausgiebig. Wasser, Iso und auch Cola. Das Konzept hatte schon in Frankfurt vor vier Wochen gut funktioniert.
Christine sah ich auf dieser Runde leider nicht.
Nach KM 4 kam ich ein wenig in den Tritt, im Schatten der Bäume am Donauufer fühlte ich mich wohler. 56:02 Minuten benötigte ich für die erste Laufrunde.
Bei KM 11,5 traf ich Christine, die mir wieder ein kühles Mineralwasser mit Kohlensäure reichte. Das brachte mich ein gutes Stück weiter. 
Im Park gingen dann aber die Lichter allmählich aus. Die zugeführte Energie wurde von Magen/Darm nicht mehr verarbeitet und stand dem Körper nicht mehr zur Verfügung. Das Anlaufen nach den Verpflegungsstellen wurde zur Qual, die innere Hitze wurde unerträglich. Wie Fieber. Zum Ende der zwiten Runde 1:02:40h beschloss ich zum allerersten Mal in meiner "Sportlerkarriere" ein Rennen aus gesundheitlichen Gründen aufzugeben!

Ich traf Christine wieder 1,5 KM nach der Runde und besprach das so mit Ihr. Ich hätte heulen können und wollen. Eine emotional sehr schwere Entscheidung für mich.

Also ging ich duschen. Der einzige Vorteil: Sie waren noch recht leer um diese Zeit. Nach 8:47:07h Rennzeit wurde ich noch bewundernd von den Helfern angesehen ;-))

Ich war aber wohl in relativ guter Gesellschaft. Alleine unter den vielleicht 8 Nutzern der Dusche waren mit mir 3 Aussteiger... Die Hitze, das Kreuz...

Über eine genaue Analyse des Warums muß ich mir noch Gedanken machen. Es war wohl die richtige Entscheidung - besonders im Hinblick darauf, dass ich mit dem 24-H-Rennen auf dem Nürburgring und der Transalp noch einige körperliche Anstrengungen in diesem Jahr vor habe.


Nachdem ich geduscht hatte, mussten wir noch im Schatten 1 Stunde warten, bis der Bikepark zum Checkout geöffnet wurde. Ich lag derweil auf einer Wiese und führte Cola und Wasser nach. Dennoch wäre mir die Zeit fast zum Verhängnis geworden. Ich war kurz vor dem Kollabieren. Als der Magen seine Tätigkeit wieder aufnahm, ging der Blutdruck schlagartig in den Keller, mir wurde noch übler als zuvor, kalter Schweiß brach aus. Nach 2 oder 3 Minuten in der stabilen Seitenlage war der Spuk vorbei.
Ich konnte mein Rad alleine in der Hitze abholen und der Gedanke an irgendein Essen oder Trinken war ein Guter.

Samstag, 31. Juli 2010

IRONMAN Regensburg - Raceday


IRONMAN - Live - Tracking:

Startnummer 830

IRONMAN Regensburg - noch 1 Tag

Sooo. Einmal werden wir noch wach...

Nachdem es heute früh um halb 9 auf meinem täglichen Weg zum Bäcker noch empfindlich kühl und wolkig war, kam gegen 11 Uhr mehr und die Sonne raus. Es wurde zunächst sehr drückend, danach konnte man es ab er gut aushalten. Im Laufe des Nachmittags waren es in der Sonne wohl an die 30 Grad. 
Das sieht noch einmal nach "Reiner-Döpke-Wetter" aus!



Was stand heute auf dem Programm? Bike-Check-In am "Guggi", dem Guggenberger See, wo morgen um 7 Uhr die Post abgehen wird.Schon mit dem zweiten Bus bin ich aus Regensburg zum See hinausgefahren. Das Einchekcen ca. 30 Minuten später ging zügig und ohne Probleme vonstatten.

Danach noch einige Fotos vom Gelände und mit dem nächsten Shuttlebus zurück in die Stadt, wo ich dann mit Christine in einem sonnigen Biergarten zu Mittag gegessen habe.  Den Rest des Tages haben wir mehr rumgegammelt und unnötige Anstregungen vermieden  ;-)

Der Plan für morgen?

Nun: 
- 4:30h aufstehen, Frühstück Toilette
- 5:15h Treffen am Shuttlebus zum See

Der Wettkampf:

Nachdem um 7 Uhr der Startschuß fallen wird und ich sicher von weit hinten ins Rennen gehe, denke ich, dass ich gegen
- 8:15 aus dem Wasser komme und
- 8:20 auf dem Rad sitzen könnte.
Nach weiteren 5:30h hoffe ich, die zweite Wechselzone auf dem Dultplatz in Regensburg erreicht zu haben, um dann nach insgessamt 6:55 Stunden gegen 13:55 Uhr auf die sonnige Marathonstrecke gehen bzw. laufen zu können.
Wenn es dann noch einmal gut geht und ich dien Marathon laufend hinter mich bringe, würde ich mich außerordentlich freuen, den Zielbogen in "Stadtamhof" nach 10:55h zu durchlaufen. 
Das wird sicher ein hartes Stück Arbeit, und ich weiß, dass mir die letzten drei Wettkämpfe noch in den Knochen stecken.

Freitag, 30. Juli 2010

IRONMAN Regensburg - noch 2 Tage

Grüaß Gott miteinand' - mogst a Haxn?

Man kann sie verstehen, unsere bayrischen Mitmenschen - wenn sich beide Seiten Mühe geben.

St. Peter im Hintergrund, vorne findet die Expo statt und im
rechten Gebäude (Salzstadl) ist das Race Office unter-
gebracht
Das Materiallager im Bad
Seit Dienstag Nachmittag haben Christine und ich eine kleine Wohnung in Regensburg bezogen. Unser Headquarter liegt nur knappe 2 Kilometer vom Zentrum/Altstadt/Donauufer entfernt. Die sehenswerte Stadt ist auch der Dreh- und Angelpunkt der Premierevneranstaltung des zweiten IRONMANs in Deutschland.
Das Raceoffice und die überschaubare Expo liegen unmittelbar am Donauufer bzw. in der Nähe des Rathausplatzes.
Auch am Sonntag sind die Altstadt und das Ufer mit in die Triathlonveranstaltung eingebunden - die Laufstrecke führt über 4 Runden unter anderem durch die Fußgängerzone mit dem Zieleinlauf auf der Donauinsel in "Stadtamhof".
Bevor es so weit ist, müssen 3,8 KM geschwommen, 180 KM Rad gefahren und eben 42,2 KM gelaufen werden.

Der "Guggi" ungefähr auf Höhe der Startlinie
Der See in Neutraubling lag gestern noch recht jungfräulich da, lediglich mit den Aufbauarbeiten der Wechselzone wurde begonnen. Schwimmen im See habe ich mir erspart - es ist momentan recht kühl und regnerisch hier.
Gestern wurde vom Veranstalter eine Besichtigung bzw. ein Befahren der Radstrecke angeboten. Bei zunächst strömenden, lauwarmen Regen sind wir nur ca 50 Teilnehmern die 85 KM-Runde mit Polizeieskorte abgefahren.
I can tell you: die Strecke ist nicht ohne! Nachdem die ersten ca 10 KM vom Guggenberger See flach bis Donaustauf führen, stehen auf den nächsten 20-25 KM diverse Anstiege an, über die man nicht mal so "einfach rüber drückt". Hat man diese hinter sich, kommt eine rund 6 KM lange Abfahrt, auf der man den Schnitt wieder hochziehen kann. der Rest der Runde ist dann überwiegend flach, allensfalls mit kleineren Wellen versehen - dafür aber sehr windanfällig. Zweimal ist der Kurs zu fahren, bevor ein 10 KM langes Stück in die zweite Wechselzone auf der Donauinsel führt. 
Hier heißt es also: Kräfte einteilen - ähnlich wie letztes Jahr beim IRONMAN Austria.

Die Wettkampfbesprechung heute Nachmittag gab nicht viel Neues her. Erwartungsgemäß werden wir bei 22,8C Wassertemperatur im Neoprenanzug schwimmen (dürfen). Hierbei befürchte ich einiges an Körperkontakten. 2200 Athleten starten vom Strand auf nur 90 Meter Breite...
Die üblichen eindringlichen Hinweise der Wettkampfrichter und der Veranstalter auf das Verhalten während des Wettbewerbs ließen über eine Stunde Besprechung schnell vergehen. Ich gehöre übrigens nicht zu den ausgelosten Altersgruppenstartern, die zur Dopingprobe müssen ;-)

Ansonsten ist das Befinden recht gut - trotz viel Ruhe bin ich aber ausgesprochen Müde und habe das gestern auch nach der Radrunde gemerkt.

So. Auf geht's Buam - Pastaparty!

Montag, 26. Juli 2010

IRONMAN Regensburg - der nächste Countdown


IRONMAN - Klappe die zweite.

6 Tage noch bis zum zweiten Start in diesem Jahr auf der Langdistanz.

Mit Startnummer 830 gehe ich am Sonntag früh um 7 Uhr mit 2199 anderen, von denen mir 2196 völlig unbekannt sind  ;-)  an den Schwimmstart im Guggenberger See bei Neutraubling - rund 12 KM außerhalb von Regensburg gelegen.
Die Wassertemperatur des Sees nähert sich allmählich der 25 Grad-Grenze. Im Gegensatz zu "Frankfurt" von oben, nicht von unten ;-)
Der Wetterbericht sagt für die ganze Woche eher kühlere Temperaturen voraus, so dass ich mir sicher bin, dass wir die magische 24,4°C-Grenze unterschreiten und im Neoprenanzug starten werden.

Morgen früh geht's los. Christine und ich fahren alleine für eine Woche nach Regensburg, wo wir nahe der Altstadt und damit dem Zielbereich eine kleine FeWo gemietet haben

Freitag, 23. Juli 2010

Neue Presseberichte online






Das lokale Haller Kreisblatt und das Westfalenblatt haben einige Kurzberichte über die Wettbewerbe in Steinbeck, Frankfurt, Edersee und Münster veröffentlicht.


 


(Triathlon Peine - wenn ich geahnt hätte, dass mein Vorderreifen nach dem Wasserausstieg platt sein würde, wäre ich wohl nicht so gut drauf gewesen ;-)  )

Mittwoch, 21. Juli 2010

Das Anti-Drafting-Gelübte

"Ich verspreche meiner Familie, meinen Freunden und allen Triathleten, die den Ironman als Einzelwettkampf lieben, dass ich keine unerlaubten Substanzen eingenommen habe, die Regeln einhalten, mich nicht unsportlich verhalten und vor allem NIE IM WINDSCHATTEN FAHREN werde. Nur dann kann ich, falls ich innerhalb der Zeitlimite bleibe, stolz und mit erhobenem Haupt über die Ziellinie laufen und sagen: I AM AN IRONMAN."

Gefunden auf IRONMAN.ch