Sonntag, 29. Juni 2014

Eine Woche später...

Gut eine Woche bin ich aus England zurück. Also der Körper jedenfalls. Der Kopf ist noch unterwegs. Die ersten Arbeitstage sind mir unglaublich schwer gefallen und jede Nacht verarbeite ich die Reise in meinen Träumen; bin noch unterwegs. Morgens wache ich schweißnass auf, von dem was ich die Nacht über erlebt habe :-)

Interessanter ist jedoch, dass sich mein Körper auch immer noch im "Kriegszustand" befindet. Ich bin pünktlich um 6 Uhr früh wach, vor allem aber habe ich permanent Hunger. Der Körper vermutet, dass es jeden Augenblick wieder losgeht und fordert Kalorien um vorbereitet zu sein. Da muss ich jetzt ein wenig abbremsen, denn "los" ist es in dieser Woche nur einmal gegangen, als der "rote Büffel" nach Feierabend auf die Piste wollte. Die mittlerweile ungewohnte Sitzposition hat die Beinmuskulatur ziemlich gefordert. Von Holger habe ich die Ersatz-Sattelstütze abgeholt und eingebaut. Etwas kann ich an der Position noch feilen, aber durch die völlig andere Rahmengeometrie sitze ich grundsätzlich anders als auf dem "kleinen Schwarzen". Wir müssen uns nach über 3000 Kilometern wieder aneinander gewöhnen ;-))

Das kleine Schwarze habe ich als allererstes auseinander- und vor allem zurück gebaut. Es war so unglaublich dreckig. Besonders natürlich die Kette, Kettenblätter und Ritzel. Zwei Nachmittage habe ich verbracht, um es wieder zum glänzen zu bringen.
Bleibende Schäden hat es außer ein paar kleinen Kratzern im Lack, die beim ihm mittlerweile eher Trophäen sind wie Kerben im Griff eines Revolvers, nicht davon getragen. Lediglich die Flaschenhalter sind gebrochen. Beide haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Vermutlich Materialermüdung.

Unter der Woche wurde ich von vielen Menschen auf die Reise angesprochen. Die Streckenlänge und auch die Länge der täglichen Etappen hat sie alle sehr beeindruckt. Für die meisten ist das eine unfassbare Leistung. Natürlich fahren viele keine 3000 Kilometer in so kurzer Zeit, wahrscheinlich nicht einem Jahr oder über einen noch längeren Zeitraum. Aus ihrer der Sicht ist das sicher ungewöhnlich, aber ich empfinde das nicht so. Na klar, war es anstrengender, als drei Wochen am Strand zu liegen (wobei das überhaupt nicht mein Ding ist), aber für mich war es ein Urlaub. Einer, von dem ich noch lange zehren werde.




Freitag, 27. Juni 2014

Bericht im Westfalenblatt v. 27.06.2014


http://reiner-doepke.de/images/presse/presse_reiner/2014/20140625_HallerKreisblatt.pdf

Allmählich muss ich anfangen Autogramme zu üben und einen Online-Fanshop einrichten  ;-)

Mittwoch, 25. Juni 2014

Bericht im Haller Kreisblatt



Nach einen sehr netten Gespräch mit dem Lokalsport-Redakteur Philipp Kreutzer gestern Mittag erschien heute dieser Bericht im Haller Kreisblatt.

Montag, 23. Juni 2014

LEJOG - Presse

Auf meiner Website sind die beiden erschienenen Presseartikel aus dem Westfalenblatt und Bad Laer Aktuell einsehbar.
Im Westfalenblatt und Haller Kreisblatt sollen in den nächste Tagen weitere Beichte veröffentlicht werden

20. Etappe: Homerun

CHIP und REISE ENGEL

Der redselige Wirt von "Black Swan" in Leyburn hatte mir nahegelegt, nicht nach Hull, sondern bis maximal Beverley zu fahren und in der schönen Kleinstadt, ca. 15-20 KM vor Hull gelegen, auf die Abfahrt der Fähre nach Rotterdam zu warten. "Hull. Kriminalität und Prostitution, Drogen und Alkohol". Nun gegen anständiges Bier hätte ich keine Einwände gehabt - auf den Rest hatte ich keine Lust.

Zum Frühstück um 8 Uhr begrüßte er mich mit "Mahlzeit". danach ließ ich es ruhig angehen. Eigentlich. Die Beine drehen in sich bei schönen warmen Wetter und angenehm kühlenden Wind wie wild. Schon um kurz nach 13 Uhr war ich in York - 70KM und in etwa Halbzeit. Die Altstadt war von Touristen überflutet - da bin ich gleich weiter gefahren. Durch Landschaften, wie wir sie von zuhause aus kennen. Immer entlang der mäßig befahrenen B1079. Der Plan war immer noch vor Hull zum stehen zu kommen. Das habe ich nicht geschafft. 

Ortseingang Hull: ein großes Hinweisschild: "Radfahrer! Notieren Sie sich die Rahmennummer Ihres Fahrrades und lassen Sie Ihr Gepäck registrieren". Keine guten Vorzeichen, hier einen ganzen Tag zu verbringen. Ich bin ohne Umweg in den Hafen zu P&O gefahren und habe gefragt, ob man mich einen Tag früher mitnehmen könnte. Für eine Umbuchungsgebühr von £37 war das der Fall. Das war mir lieben, als a) für eine Übernachtung deutlich mehr zu bezahlen und b) einen ganzen Tag mit dem Rad und Gepäck am Hacken in Hull herumzulungern.


Um 16:30 war boarding zur abfahrt um 20:30h. Ich bekam eine Innen-Doppelkabine und war zufrieden, als ich später feststellen konnte, dass ich sie für mich alleine hatte.

Am Abendbuffet war ich fünfmal - plus Käse zum Nachtisch, ohne nennenswerte Magenerweiterung :-).

Abgesehen davon, dass eine Innenkabine logischerweise über kein Fenster verfügt und daher etwas beklemmend wirkt, lag meine Kammer über der Disco, ein Deck tiefer. Erst Livemusik - später DJ. Aber irgendwie fand ich dann doch meinen Schlaf.

Sechs Uhr wach werden, 7 Uhr Frühstück - nicht am Buffet. Das war mir zu voll.

Mit zwanzig Minuten Verspätung war ich um 9:20h wieder auf dem europäischen Kontinent angekommen.


Das Gefühl: Mhh. Kein Glücksgefühl jedenfalls. Eher ein Abschied. Aber ich bin noch nicht angekommen und hoffe, dieses Gefühl hält noch sehr lange an...

Bis hier hin vielen Dank für's lesen. Ich werde in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Betrachtung nachschieben. Bleibt dran!

Freitag, 20. Juni 2014

Hull

Ein "Ozeanriese" schwimmt im schokoladenbraunem Wasser an der "Pride of Rotterdam" vorbei.

Hull

Heute gibt es keine Fotos. Die Beine haben alles gegeben und so mit nur einem Tankstellen Stopp durch bis Hull gefahren.

Für 37 Pfund könnte ich die Fährüberfahrt auf heute umbuchen. Eine Übernachtung in dieser gruselig anmutenden Stadt wäre vermutlich teurer geworden und ich hätte morgen den ganzen Tag nicht viel sinnvolles machen können.
Den ganzen Tag mit Rad und Gepäck rumeimern ist auch nicht die Erfüllung. Und wer weiß, wie das Wetter geworden wäre.

In 15 Minuten ist Boading. Leinen los um 20:30 Uhr und Ankunft Morgen früh um 9 Uhr in Rotterdam.