Samstag, 7. Juni 2014
Danke..
...für das positive Feedback zu meiner Reise. Sei es hier im Blog oder auch sonst per Mail oder Whatsapp.
Freitag, 6. Juni 2014
Die letzten Tage
Ein Leben ohne Internet scheint für mich doch noch möglich zu sein. Es mag natürlich daran liegen, dass ich abends meistens so platt bin, dass es nur noch zum Duschen, Wäsche waschen und Essen reicht. Viel Verlangen nach mehr war da bislang nicht. Die B&;B's haben zwar WLAN, aber eine schlechte Verbindung.
Also müsst Ihr halt auf neue Informationen warten, falls Ihr mich nicht über den Link auf meiner Website stalkt:-)
In Builth Wells war ich so fertig, wie nie in meinem Leben. Ich habe mich gerade noch zu einem Inder geschleppt, ein Curry reingewürgt, obwohl der Magen nicht essen wollte, der Körper aber nach Nahrung schrie. Ein Bier hat auch noch gepasst, aber dann war mir schlecht.
Mittlerweile haben sich der Magen und der Rest von mir irgendwie arrangiert. Zum Frühstück full english breakfast, zwischendurch eine Cola oder heise Schokolade. Oder beides. Mittags Sandwich oder Pommes mit Cola. Nachmittags Sandwich, zwischendurch ein Schokoriegel. Eventuell ein oder zwei Energie Gels. Ein bis zwei Liter Wasser, eine Dose Red Bull. Zum Abendessen alles was geht auf die Gabel.
Vorgestern: Builth Wells nach Talsarnau. Der zweite Tag in Wales. Die Schuhe noch pitschnass. Am Tag vorher musste ich durch eine überflutete Unterführung eines Radweges fahren.
Radwander- und Nebenwege habe ich in den letzten drei Tagen gemieden. Die führen zwar durch landschaftlich reizvollere Gegenden, als die Hauptstrassen, sind aber oft in einem noch schlechteren Zustand als A und B Strassen. Steiler sind sie auch, wie die Erfahrung immer wieder zeigt.
Auch ohne Radwege war Wales Part II ausserordentlich schön. Nach 50 Km erreichte ich die Küste bei Aberystwyth. Mehr oder weniger konnte ich den Rest des Tages im Sonnenschein den geschwungenen Küstenstrassen folgen. Das B&B lag ewas abseits, aber traumhaft schön. Zum einzigen Restaurant musste ich abends noch knapp 2 KM radeln.
Den gestrigen Abschnitt hoch in den walisischen Norden und dann der Küstenlinie entlang bis Liverpool hatte ich noch als schön erwartet. Zumindest bis Flint. Ab hier hatte ich schon während der Planungsphase Industriegebiete vor Augen.
Der Tag begann mit einem 13 KM langen Umweg, weil eine Brücke wegen Bauarbeiten geschlossen war. Ab Porthmadoc verliess ich die Küste und fuhr über Caernarfon hoch nach Bangor. Relativ viel Verkehr und wenig zu sehen. Ab Bangor nahm das Chaos seinen Lauf. Ich fuhr zunächst auf der stark befahrenen A55 bis Conwy. Das kam mir alles ziemlich bedrohlich vor. Stellt Euch eine vierspurige Autobahn vor mit dem Verkehr auf der A30. Nur, dass das Standstreifen nur 1 Meter breit ist. Vorteil: Der Sog der vielen Lkw, die aus Irland über Holyhead zurück kommen, zieht Dich mit.
Von hier aus konnte ich recht lange mit kaltem, aber guten Rückenwind einem Radweg direkt am Strand folgen.Über Rhyl ging das so bis hinter Prestatyn.
Die Industriegebiete, der Lärm und Dreck begann tatsächlich im Raum Flint und sollte mich bis Donnerstag Mittag nicht mehr loslassen.
Der Weg nach Liverpool hinein war geprägt von hektischem Großstadtverkehr.
Von Birkenhead sind das kleine Schwarze und ich dann mit der Fähre über den River Mersey nach Liverpool gefahren.
Ich weiß nicht, was mich geritten hat, dieses Hotel zu buchen. Eine Absteige, die Ihren Namen nicht verdient hat. Kein Restaurant in der Nähe, kein "local beer" und zu allem Überfluss kein Frühstück am nächsten Morgen. Einziger Vorteil: In der Kammer stand eine Elektroheizung, mit der ich meine Schuhe endlich trocknen konnte.
Der 6. Tag.
Kalt, regnerisch und stürmisch. Kein Frühstück und der Garmin weigerte sich beharrlich die Strecke auszurechnen. Schon früh um acht folgte ich dann mehr der Nase Richtung Norden. Liverpool quer durch über Bootle nach Formby. Hier hatte ein TESCO Restaurant geöffnet, in dem ich mich aufwärmen und essen konnte.
Die Gegend über Southport nach Preston war platt. Vergleichbar mit Friesland. Trotzdem der Garmin mittlerweile eingelenkt hatte, habe ich mit in Preston total verfahren und einen Umweg von bestimmt 15 KM gefahren. Ich habe dann entschieden, komplett der A6 zu folgen. Das war eine gute Sache. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und über lange Strecken gab es Fahrradspuren oder -wege.
Ab Lancaster wurden nicht nicht nur die Landschaft sondern auch die Frauen schöner :-)
Die Regenwolken verzogen sich sich auf den letzten 30 Kilometern nach Windermere.
Mein B&B hier ist zwar alt aber sauber und warm. Der Besitzer hat eine ähnliche Tour von Nord nach Süd vor 12 Jahren gefahren, und hat noch vor dem einchecken bzw. duschen seine Unterlagen herausgekramt und mir seine Strecke erklärt.
Abendessen im Pub und die Welt ist wieder in Ordnung
Mittwoch, 4. Juni 2014
Zwischenmeldung
Guten Morgen
Anhaltend schlechter Internetempfang und schlechtes bzw. nicht verfügbares WLAN verhindern ein regelmäßiges Update an dieser Stelle.
Ich mus auch zugeben, dass mich die ersten Tage, und besonders der dritte Tag (Taunton nach Builth Wells) kräftemäßig an meine Grenzen gebracht haben und ich nicht in der Lage war, die wenige verbleibende Zeit zum Schreiben zu nutzen.
Anyway. Ich bin seit vorgestern wieder im Plan und durfte wunderbare Gegenden sehen. Panoramen und Ausblicke, die für so manche Qual entschädigt haben.
Heute Abend geht es nach Liverpool. Das soll es dann mit dem Internet etwas werden :-)
714 KM bislang / 32:45h reine Fahrzeit / 7.933 Höhenmeter und 18.400 verbrutzelte kKalorien
Unfälle: keine
Stürze: einer
Platten: keine
Schmerzen: wenig. Nur die linke Achillessehne macht Probleme
Bis heute Abend
Montag, 2. Juni 2014
LEJOG 2. Etappe
Für den heutigen Tag hatte ich mir so richtig etwas
vorgenommen. Mit Gewalt wollte ich durch den Dartmoor Nationalpark fahren.
Der Morgen begann mit einen 17% Anstieg – direkt vor der Haustür. An Aufsteigen
war nicht zu denken. Trotzdem war ich dann nach 500 Meter schieben auch schon
auf Betriebstemperatur.
Die Streckenführung heute bis nach Plymouth: kleine schmale
Gassen, die ich mir besser erspart hätte. Landschaftlich OK, aber unheimlich
Kräfte zehrend war das ständige auf und ab. Die Maximale Steigung waren 22%,
die max. Neigung 24%. Fast dreieinhalb Stunden habe ich für die ersten 57
Kilometer bis zum Anfang des Parks benötigt. Wolkig war es, ab und an kam die
Sonne durch. Nicht zu windig. Ein optimaler Tag.
Nach einer kurzen Pause zum Essen fassen und Trinkflaschen auffüllen fuhr ich
in den Park. Vor mehr als 20 Jahren war ich einmal hier. Kurz vor Weinachten.
Trübe, kalt und neblig war es damals. Heute konnte ich die karge Vegetation und
weite Landschaft sehen und genießen.
Freilaufende Pferde, Schafe und Kühe kreuzten oder standen immer wieder auf der schmalen Straße und ließen sich auch durch rasende Motorradfahrer nicht beeindrucken.
Freilaufende Pferde, Schafe und Kühe kreuzten oder standen immer wieder auf der schmalen Straße und ließen sich auch durch rasende Motorradfahrer nicht beeindrucken.
Wegen des Sonntags waren auch relativ viele Rennradler und
Mountainbiker im Park unterwegs.
Am Dartmoor Prison in Princetown gelegen habe ich einen kurzen Fotostopp
eingelegt. Wer hier in dieser Umgebung eingesperrt war, wollte vermutlich gar
nicht mehr fliehen :-).
50 Kilometer und etliche Höhenmeter später lag der Park
schon hinter mir, und ich war wieder in der Zivilisation. Zwischendurch war es sonnig und wärmer
geworden, mittlerweile zogen von Westen dunklere Wolken hoch. Noch 120 KM…
Der Weg nach Exeter hat mir das Genick gebrochen. Der Körper
bekam nicht genug Energie und der Magen wollte nicht essen – wie so oft. Ich
habe mich dann entschlossen heute bereits in Taunton Schluss zu machen und die
restlichen, wieder hügeligen 40 KM nach Glastonbury nicht mehr zu fahren.
Eine gute Entscheidung. Der Puls nähere sich dem Ruhepuls und mir war kalt. Bei
18 Grad.
Im B&B habe ich mich eine Stunde ins Bett gelegt, bis mir wieder warm
wurde, anschließend 200 Meter weiter in ein Restaurant geschleppt.
Samstag, 31. Mai 2014
LEJOG 1. Etappe
Boah. Ein harter Tag war das heute. Ich hatte natürlich von fiesen Steigungen und Stichen in Cornwall gehört und gelesen. Dass sie nun so geballt daher kommen – alter Schwede ;-)
Am Donnerstag und vor allem gestern haben Saskia und ich noch ein ausgiebiges Sightseeing Programm nach Land’s End, Mousehole und St. Ives an der Nordküste gemacht. Ich kann Euch sagen: Sehenswert! Dabei haben wir natürlich auch bereits einige der Steigungen abgefahren – mit dem Auto.
Heute früh hat mich Saskia um kurz nach 8 Uhr am Start abgesetzt. Ich bin ganz froh darüber – das hat mir die Anfahrt dahin er- und einige Kräfte gespart. Wir sind die geplante Strecke gestern gefahren - hätte ich heute da lang gemusst, wäre das Frühstück nicht drin geblieben.Das Wetter heute früh: Maikühl, begrenzt sonnig – macht Hoffnung auf. Mehr.Irgendwie war das nur in Land’s End so. Danach wurde es kälter, der Wind kam zumeist von vorne und frischte auf, je weiter ich zur Nordküste Richtung St. Ives fuhr. Fotos habe ich da keine machen können – die schöne Gegend und die Küste konnte ich mehr erahnen als sehen. Erst spät habe ich bemerkt, dass sich unterwegs meine Kamera verselbständigt hat. Ich muss sehen, ob ich sie morgen ersetzen kann. Die Kilometer bzw. Meilen zogen sich. Ich hatte nicht das Gefühl, weiterzukommen. Nach gut 55 Kilometern und nur einem „Verfahrer“ habe ich eine kurze Verpflegungspause in Portreath gemacht.
Ein eingepacktes Sandwich von gestern und Wasser. Herrlich! Trotz der kühlen Witterung war ich ordentlich durchgeschwitzt und musste etwas tanken.Die nächsten 10 KM bis St. Agnes waren auch wieder heftig. Den Ort ich nur passiert, Sightseeing bei Kälte ich nicht mein Ding.Quer durchs Land ging es nun wieder in Richtung Südküste über Truro nach St. Austell. Die Landschaft hier: nicht spektakulär. Hinter Truro bin ich bewusst vom geplanten Kurs abgewichen und habe die A390 nach St. Austell genommen. Der andere wäre zwar abseits der A-Straßen, aber länger gewesen. Es fing an, mir für heute zu reichen. Und für die morgige Tour wollte ich mir ein paar Körner aufbewahren.St. Austell habe ich nur am Stadtrand passiert.
Kurz danach hat es mich dann kurz auf den rauen Asphalt geschmissen. Eine schmale Straße unter einer Brücke mit Rechtskurve war mein Verhängnis. Ich war nicht schnell – konnte ich nicht, weil ich wenige Meter vorher von einer roten Ampel aus gestartet war. In der Kurve lag so viel Mist und vor allem Sand, dass ich weggerutscht bin. Mit dem hohen Gewicht hinten reagiert das „kleine Schwarze“ vollkommen anders und lässt keine Späße zu. Drei Meilen vor „zuhause“. Passiert ist nichts. Es fehlt etwas Haut, aber alles bene.
Zum Ausgleich gab es an der kleinen Personenfähre von Fowey nach Polruan 4 Delfine in der traumhaften Bucht bei warmen Sonnenschein zu sehen.
Die 300 steilen Meter vom Hafen zum B&;B waren unfahrbar – schieben. Spätestens jetzt war ich froh, mich für MTB Schuhe entschieden zu haben.Bilder gibt es heute keine – ich habe hier kaum Internetempfang und das WIFI vom B&B funktioniert gerade nicht.
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